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Nahaufnahme einer Visa-Kreditkarte

Zahlen über Erwartungen

Visa zeigt wie's geht

Stand: 21.04.2017, 08:28 Uhr

Der Kreditkartenanbieter Visa hat auch im ersten Quartal eine glänzende Bilanz vorgelegt. Zwar wurde das Ergebnis durch eine einmalige Belastung geschmälert, doch operativ lief es wie geschmiert. Die Anleger sind begeistert.

Im nachbörslichen New Yorker Handel legte die im Dow Jones-Index gehandelte Aktie um fast drei Prozent zu, nachdem sie bereits im regulären Handel um 1,6 Prozent auf ein Rekordhoch von gut 91 Dollar gestiegen war. Grund für die Freude sind die starken Geschäftszahlen im ersten Quartal.

Dabei ist es Visa gelungen, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen und das operative Ergebnis um 27 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar zu steigern. Die Erlöse legten verglichen mit dem Vorjahreswert um 23 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zu.

Belastungen aus Visa Europa-Kauf

Visa: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
83,68
Differenz relativ
-0,41%

Hohe Sonderkosten im Zusammenhang mit der Übernahme des Europageschäfts drückten den Überschuss zwar von 1,7 Milliarden auf 430 Millionen Dollar oder 0,18 Dollar pro Aktie, sie trüben das Gesamtbild jedoch nicht. Im Gegenteil. Angesichts des starken Geschäfts zu Jahresbeginn - die Zahl der über Visa abgewickelten Transaktionen stieg um 42 Prozent auf 26,3 Milliarden - dürfte der Konzern im laufenden Jahr das obere Ende der erwarteten Bilanz erreichen.

Danach dürften die Erlöse zwischen 16 und 18 Prozent zulegen und die operative Rendite rund 65 Prozent erreichen. Die Integration von Visa Europa ist weitgehend abgeschlossen und dürfte nur noch zu einer Belastung von 80 Millionen Dollar führen.

Weitere Aktienrückkäufe vorgesehen

Visa kündigte zudem an, weiter Aktien zurück kaufen zu wollen, im Volumen von 5,0 Milliarden Dollar. Bereits in den ersten drei Monaten dieses Jahres hat der Konzern 19,1 Millionen Aktien zurückgekauft und dafür 1,7 Milliarden Dollar ausgegeben. Insgesamt stehen Visa 7,2 Milliarden Dollar für den Aktienrückkauf zur Verfügung.

Visa verdient an den Gebühren, die bei Einkäufen mit Kreditkarten anfallen. Genauso wie Mastercard vergibt das Unternehmen - anders als Konkurrent American Express - nicht den Kredit selbst. American Express hatte am Vortag einen Gewinnrückgang vermeldet, der aber schwächer ausfiel als befürchtet. Mastercard will seine Zahlen erst Anfang Mai veröffentlichen.

lg

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