Finanzen

Frau mit einer goldenen Visa-Kreditkarte

Aktie plus 23 Prozent – pro Jahr Visa: Auch Gewinner haben mal einen schlechten Tag

von Angela Göpfert

Stand: 25.10.2016, 07:35 Uhr

Der Kreditkarten-Konzern hat mit seinem Ausblick enttäuscht. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Visa-Aktie eine echte Gewinner-Aktie ist. Und der heutige Tag vielleicht eine Kaufgelegenheit.

Seit ihrer Rückkehr an den Aktienmarkt im März 2008 ist die Visa-Aktie im Schnitt um 23 Prozent pro Jahr gestiegen – und zeigte so eine klare Outperformance gegenüber dem S&P 500.

Erst Ende September markierte der NYSE-Titel bei 83,79 Dollar ein Rekordhoch. Seither konsolidiert er seitwärts. Ein Ausbruch auf der Oberseite bahnt sich an, dieser würde ein frisches technisches Kaufsignal senden.

Ausblick unter Erwartungen

Fakt ist aber: Der gestern veröffentlichte Quartalsbericht dürfte wohl nicht der Trigger sein, welcher die Visa-Aktie über ihr altes Rekordhoch trägt. Die Aktie verlor im nachbörslichen US-Handel 1,1 Prozent.

Darin spiegelte sich die Enttäuschung der Anleger über den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017 wider. Visa rechnet demnach mit einem Wachstum des Gewinns je Aktie im mittleren Zehner-Bereich – Analysten hatten dagegen bislang 19 Prozent auf ihren Zetteln.

Erfreulicher Abschluss

Auch beim Umsatz-Ausblick blieb der MasterCard-Konkurrent mit einem in Aussicht gestellten Wachstum von 16 bis 18 Prozent hinter den Analysten-Erwartungen eines Wachstums von 19,6 Prozent zurück.

Das zurückliegende vierte Quartal verlief dagegen erfreulich. Der Überschuss kletterte um 28 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Die Erträge stiegen um 19 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar.

Erfolgreiches Geschäftsmodell

Visa verdient an den Gebühren, die bei Einkäufen mit den Kreditkarten fällig werden. Genauso wie Rivale Mastercard – und anders als der Rivale American Express – vergibt das Unternehmen dabei nicht den Kredit selbst. Das machen zumeist die Banken, welche die Karten ausgeben.

Dieses Geschäftsmodell hat es Visa in den vergangenen Jahren erlaubt, von der steigenden Bereitschaft der Kunden, mit Plastikgeld zu bezahlen, ungehemmt zu profitieren.

Zähe alte Garde

Mittlerweile sieht sich der Konzern aber einer steigenden Konkurrenz gegenüber – zahlreiche Fintechs schicken sich an, die traditionellen Zahlungsmethoden zu revolutionieren.

Visa versucht hier aber, offensiv gegenzusteuern. Dazu gehören Partnerschaften mit Fintechs, aber auch Kooperationen mit den großen Playern wie Apple Pay und PayPal. Anleger sollten die alte Garde der Finanzwelt besser nicht zu früh abschreiben.

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