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US-Bilanzsaison startet
Gedämpfte Erwartungen
In den USA läutet der Aluminiumhersteller Alcoa am Abend die so genannte "Earnings Season" ein, in der die börsennotierten Konzerne ihre neuesten Zahlen vorlegen. Für das vierte Quartal 2012 sind die Erwartungen der Anleger nicht sonderlich hoch. Experten sehen daher gute Chancen, dass die Erwartungen getroffen oder sogar übertroffen werden.
Die meisten Analysten und eine Vielzahl von Unternehmen haben bereits gewarnt: Der monatelange Haushaltsstreit zwischen Republikanern und Demokraten sowie der verheerende Wirbelsturm Sandy an der Ostküste hätten sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Verbrauchern zu Kaufzurückhaltung geführt. Dies dürfte bei den Geschäftszahlen Spuren hinterlassen haben.
Nach Angaben des US-Analysehauses FactSet hat eine Mehrheit, genau 71 Prozent, der im Index S&P 500 notierten Unternehmen die Ergebnis-Prognosen für das vierte Quartal heruntergeschraubt. Diese Zahl liege deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Nur moderater Anstieg
Insgesamt sollen die im S&P 500 notierten Firmen im vierten Quartal ihre Ergebnisse nur um 2,4 Prozent gesteigert haben - und damit deutlich weniger als zuvor gedacht. Noch Anfang Oktober war ein Anstieg um 9,2 Prozent erwartet worden.
Besonders betroffen von der Kaufzurückhaltung sind offenbar die IT-Firmen, während Banken und Versicherungen überdurchschnittlich zulegen. Statt wie noch im Herbst erwartet einen Ergebnisanstieg um 8,4 Prozent zu erzielen, geht die Mehrheit der amerikanischen IT-Firmen inzwischen von einem Rückgang des operativen Ergebnisses um 2,8 Prozent aus.
Für Marktteilnehmer bedeuten die deutlich zurückgefahrenen Erwartungen aber auch, dass die Chance auf positive Überraschungen steigt.
Apple hart getroffen
Besonders hart treffen wird diese Trendwende den PC- und iPhone-Hersteller Apple. Schätzungen zufolge hat das Unternehmen erstmals seit neun Jahren ein im Vergleich zum Vorquartal rückläufiges Ergebnis erzielt.
Weiter aufwärts geht es dagegen mit den Banken. FactSet erwartet einen Ergebnisanstieg von rund 15,5 Prozent im vierten Quartal. Die großen Wall-Street-Banken hatten bereits in den Vorquartalen mit kräftigen Steigerungen überrascht. Diese Verbesserung dürfte sich auch im vierten Quartal fortgesetzt haben. Mit einer zweistelligen Steigerung, um 10,3 Prozent, rechnen auch die großen Telekomanbieter.
Optimistischeres Szenario von Bloomberg
Deutlich optimistischer als FactSet äußert sich Konkurrent Bloomberg. Dessen Analysten kommen zu dem Schluss, dass die 500 größten US-Konzerne im vierten Quartal ihre Reingewinne um fünf Prozent erhöht haben. Für das Gesamtjahr 2012 könnte damit ein Rekordwert von 870 Milliarden Dollar erzielt werden.
Schlechte Prognose für Alcoa
Die Erwartungen der Analysten für die Alcoa-Zahlen sind allerdings ernüchternd. Der Umsatz soll gegenüber Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar geschrumpft sein. Im dritten Quartal hatte der Konzern noch 5,8 Milliarden Dollar erlöst.
Da Aluminium ein wichtiger Rohstoff für die Industrie ist, gilt die Nachfrage auch als Konjunkturindikator. Alcoa liefert außerdem an die Baubranche, Verpackungsspezialisten und Logistiker. Entsprechen die Zahlen den Prognosen, hätten diese Konzerne zuletzt weniger Aufträge erhalten.
Stand: 08.01.2013, 13:53 Uhr