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Banken

Morgan Stanley-Schriftzug in New York

Finanzkrise überwunden

US-Banken glänzen wieder

Stand: 19.01.2016, 15:16 Uhr

Die höchsten Gewinne in fast einem Jahrzehnt: Für die Geldhäuser Bank of America und Morgan Stanley sind die Folgen der Finanzkrise, allen voran die milliardenschweren Rechststreitigkeiten, überwunden.

So ist die Investmentbank Morgan Stanley in die Gewinnzone zurückgekehrt. Weil im Schlussquartal 2015 keine wesentlichen Kosten für Rechtsstreitigkeiten mehr angefallen sind, konnte ein Überschuss von 753 Millionen Dollar erzielt werden. Im Jahr zuvor war noch ein Verlust von 1,75 Milliarden Dollar angefallen.

Im Gesamtjahr ist der Überschuss um satte 77 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar gestiegen, obwohl die Einnahmen nur um knapp drei Prozent auf 35,2 Milliarden Dollar zunahmen. Damit übertrifft der Konkurrent von Goldman Sachs die Erwartungen - die Aktie legt vorbörslich um drei Prozent zu.

Weniger Handel, mehr Vermögensverwaltung

Dennoch ist der Umbau der Bank noch nicht beendet. Wie andere Investmentbanken auch will Morgan Stanley seine Abhängigkeit vom Handel mit Anleihen und anderen Wertpapieren reduzieren. In diesem Bereich hatte die Bank im Dezember den Abbau von 1.200 Stellen angekündigt. Stattdessen soll die Vermögenseverwaltung ausgebaut werden.

Noch besser lief es bei der Bank of America. Das nicht in New York, sondern in Charlotte in North Carolina ansässige Institut konnte im vergangenen Jahr seinen Gewinn sogar vervierfachen auf 14,4 Milliarden Dollar. Im Jahr 2014 hatte ein annähernd 17 Milliarden Dollar schwerer Vergleich mit der US-Regierung über faule Hypotheken-Deals vor der Finanzkrise die Bilanz noch belastet.

Bank of America: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,23
Differenz absolut
-0,27
Differenz relativ
-1,26%
Morgan Stanley: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
Kurs
39,23
Differenz absolut
-0,53
Differenz relativ
-1,33%

Triebfeder Privatkunden

"Wir haben 2015 unsere höchsten Gewinne in annähernd einem Jahrzehnt eingefahren", erklärte Bankchef Brian Moynihan. Er verwies als Triebfeder unter anderem auf das Privatkundengeschäft mit einer regen Kreditvergabe, sowie den Wegfall der Geldstrafen aus den Rechtsstreitigkeiten. Die Anleger sind zufrieden: Die Aktie stieg vorbörslich um knapp zwei Prozent.

In der vergangenen Woche hatten schon die Rivalen Wells Fargo, Citigroup und JPMorgan Chase ihre Zahlen veröffentlicht und dabei besser als erwartet abgeschnitten. Vor allem das Schlussquartal lief besser als gedacht - und das trotz der Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten.

Schwache Wirtschaftsdaten aus China und der fallende Ölpreis hatten Konjunktursorgen geschürt. Hinzu kam die Zinswende in den USA. An diesem Mittwoch legt mit Goldman Sachs die letzte der großen US-Banken ihre Bilanz vor. In der kommenden Woche, am 28. Januar, will die Deutsche Bank ihre Bücher öffnen.

lg

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