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Gewinnsprung dank Steuergutschriften

UBS enttäuscht beim Ausblick

Stand: 02.02.2016, 10:41 Uhr

Eigentlich sehen die Zahlen zum Gesamtjahr und auch zum vierten Quartal beim Schweizer Bankenriesen sehr ordentlich aus. Doch die bekannten Probleme der Bank sorgen für einen allzu vorsichtigen Ausblick - und belasten die Aktie.

Mit minus vier Prozent eröffnete die Aktie der UBS an der Züricher Börse und baute am Vormittag das Minus sogar noch aus. Auf den ersten Blick überraschend, denn das Institut hat im Gesamtjahr einen Gewinnsprung von 3,5 auf 6,2 Milliarden Franken geschafft. Der allerdings ging vor allem auf Steuergutschriften in den USA, die bereits mit den Ergebnissen zum dritten Quartal gemeldet worden waren.

Vor Steuern spielt die Musik

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Q4 sah zwar beim Nettoergebnis ebenfalls gut aus, die UBS verdiente hier 949 Millionen Franken - deutlich mehr als die Konsensschätzung der Analysten, die bei 660 Millionen Franken gelegen hatte. Vor Steuern allerdings, und hierauf legten die Experten wohl wegen der Sondereffekte besonderen Wert, lag das Ergebnis mit 234 Millionen Franken unter der Konsensschätzung von 336 Millionen Franken. Schwächere Einnnahmen schlugen hier auf das Ergebnis durch.

Zwar hat sich im Quartal das Investmentbanking und auch die Vermögensverwaltung wacker geschlagen, die Schweizer Bank ist aber weiterhin durch den starken Franken gegenüber vielen Währungen belastet. Und nicht zuletzt sorgen die heftigen Schwankungen an den Finanzmärkten in allen Asset-Klassen für Unsicherheit bei den künftigen Einnahmen des Instituts.

Bündel von Belastungen

UBS-Chef Sergio Ermotti formulierte diese Belastungsfaktoren am Morgen sehr offen. Zusätzlich entstünden der Bank in den kommenden Monaten noch erhebliche Kosten, durch neue Regeln und Vorgaben, die die Aufsichtsbehörden bei der strafferen Regulierung der Branche aufbürden. Eine weitere Stärkung der Vermögensverwaltung und Kostensenkungen sollen die Ertragssituation bestmöglich abfedern. Neue Wachstumsimpulse sind freilich nicht in Sicht.

An den Steuergutschriften nehmen die Anleger wenigstens in Form einer höheren Dividende teil. Ein Teil der Steuererlöse soll an die Aktionäre über eine Sonderdividende weitergegeben werden. Die UBS will für das vergangene Jahr insgesamt 85 Rappen als Gewinnbeteiligung an die Anteilseigner auszahlen - 25 Rappen gehen dabei auf die Steuereffekte zurück.

Aktie im Sinkflug

Die Aktie spiegelt die allgemeine Situation des Instituts bereits seit Monaten schonungs wider. Seit Jahresbeginn hat der Titel im Frankfurter Handel fast ein Viertel auf derzeit knapp 14 Euro eingebüßt. Im August 2015 war die Aktie noch rund 21 Euro wert.

AB

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