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Reise

Frau auf einer Sonnenliege am Strand

Anleger sind unzufrieden

Tui: Die Türkei macht Sorgen

Stand: 09.02.2016, 09:24 Uhr

Die Krisen in einigen Urlaubsländern machen dem Reisekonzern Tui zu schaffen. Deshalb fällt der saisonbedingte Verlust im ersten Quartal diesmal besonders hoch aus. Die Aktie sinkt.

Tui-Titel geben im frühen Handel um mehr als drei Prozent nach. Im ersten Quartal belief sich der operative Verlust (bereinigtes Ebita) auf 101,7 Millionen Euro nach 104,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Im Winter schreiben Tourismusunternehmen üblicherweise rote Zahlen – Geld wird erst mit Badeurlauben im Sommer verdient. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,4 Prozent auf 3,72 Milliarden Euro. Ohne Berücksichtigung positiver Wechselkurseffekte hätte das Plus bei 2,5 Prozent gelegen.

Türkei oder Spanien? Hauptsache Sonne!  

Tui
Tui: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Krisen in Ägypten und Tunesien hinterlassen Spuren. Besonders die Lage in der Türkei hat Auswirkungen auf die Tui-Geschäftszahlen. Die Buchungen für den Sommer liegen 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie das Management mitteilte. Die Zahl der Tui-Urlauber in diesem Sommer in der Türkei dürfte sich deshalb auf eine Million halbieren und die Gewinnmargen für Tui sinken. 

Der Rückgang habe Folgen, da das Land traditionell einer der größten Reisemärkte sei, sagte Tui-Chef Friedrich Joussen. Unter den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen rangiere die Türkei mit großen Urlaubsorten wie Antalya oder Bodrum an dritter Stelle. Der Konzern sehe sich in der Lage, schnell auf die Veränderung zu reagieren und Gästen in anderen Gebieten wie dem westlichen Mittelmeer unterzubringen. Länder wie Spanien seien bereits "ziemlich ausgebucht."

Joussen jetzt alleiniger Boss

Trotz der Unsicherheiten hält der Thomas-Cook-Rivale an seiner Geschäftsprognose fest und will im Geschäftsjahr 2015/16 (bis Ende September) das operative Ergebnis um mindestens zehn Prozent steigern. Der Konzern fusionierte vor über einem Jahr mit dem britischen Ableger Tui Travel.

Friedrich Joussen

TUI-Chef Friedrich Joussen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Nach dem Zusammengehen führte Joussen das Unternehmen zusammen mit dem Ex-Tui-Travel-Chef Peter Long. Der Brite räumt auf der heutigen  Hauptversammlung in Hannover den Top-Posten und wechselt in den Aufsichtsrat. Damit lenkt Joussen den größten Reisekonzern Europas allein. 

Tui liegt zu 76 Prozent in der Hand von institutionellen Investoren wie Banken, Fonds oder Versicherungen. Der größte Einzelaktionär ist der russische Investor Alexej Mordaschow, er besitzt rund 15 Prozent. Private Investoren kommen zusammen auf sechs Prozent der Tui-Aktien.

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