Entwicklung leicht unter den Erwartungen Trüber Ausblick der Deutschen Börse

Stand: 26.07.2017, 19:43 Uhr

Die Ruhe an den Finanzmärkten macht zunehmend der Deutschen Börse zu schaffen. Zwar konnte der Börsenbetreiber das Ergebnis steigern, die Ziele für das Gesamtjahr seien nun jedoch schwieriger zu erreichen.

Bulle- und Bärspielzeugfigur in der Deutschen Börse in Frankfurt

Börse 11.00 Uhr: Deutsche Börse stärkster Verlierer - auch Autowerte im Minus

Während einige Banken unter dem schwachen Handelsgeschäft litten und Gewinneinbußen erlitten, kam die Deutsche Börse einigermaßen solide durchs zweite Quartal. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um über zwölf Prozent auf 314,2 Millionen Euro. Die Nettoerlöse erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 623,6 Millionen Euro.

Gewinn gesunken

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Unterm Strich verdiente der Börsenbetreiber aber doch etwas weniger. Der Gewinn sank um knapp vier Prozent auf 176,3 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 229 Millionen Euro gerechnet. Auch beim Betriebsergebnis hatten sie etwas mehr, nämlich 336 Millionen Euro auf der Rechnung.

Die Geschäftsentwicklung habe insgesamt leicht unter den Erwartungen gelegen, räumte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer am Mittwochabend ein. Zyklische Effekte im ersten Halbjahr hätten nicht vollständig ausgeglichen werden können. Es sei aber weiterhin möglich, das untere Ende der Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zu erreichen. "Voraussetzung hierfür ist eine Verbesserung des zyklischen Umfelds im zweiten Halbjahr." Die Nettoerlöse sollen eigentlich zum Vorjahr um fünf bis zehn Prozent zulegen, der Überschuss um zehn bis 15 Prozent.

Rückstellungen für mögliche Geldbußen

Zudem belasteten die Ermittlungen gegen Börsenchef Carsten Kengeter wegen möglichen Insiderhandels die Zwischenbilanz - die Deutsche Börse legte für etwaige Geldbußen in diesem Zusammenhang 10,5 Millionen Euro zurück. Zum juristischen Hickhack um Vorstandschef Carsten Kengeter äußerte sich die Börse nicht: Für Ärger mit den Behörden hatte die jüngste Mitteilung der Deutschen Börse gesorgt, wonach die Staatsanwaltschaft eine Einstellung des Verfahrens gegen Kengeter "ohne Auflagen" in Aussicht gestellt habe. Die Staatsanwaltschaft hat dem widersprochen.

Die Aktien weiteten im späten Handel die Verluste aus. Sie notierten kurz nach den veröffentlichten Zahlen 1,8 Prozent im Minus.

nb

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