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Business-Sparte schwächelt

Trotz Windows 8 sieht Microsoft in die Röhre

Windows 8 ist auf dem Markt. Der große Durchbruch gelang dem US-Technologieriesen Microsoft damit im zweiten Geschäftsquartal aber nicht. Der Softwarekonzern verdiente weniger als vor einem Jahr.

Microsoft-Chef Steve Ballmer stellt die neue Bürosoftware Office 2013 vor

Auch Unternehmen sind von den Office-Büroprogrammen von Microsoft immer weniger angetan

Der Gewinn schrumpfte im zweiten Geschäftsquartal gegenüber demselben Zeitraum des vergangenen Jahres um vier Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar. Damit erfüllte Microsoft die Erwartungen, lag sogar einen Tick darüber.

Auch mit seinen Erlösen konnte der US-Konzern die Analysten zufrieden stellen: Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar, dank der gestiegenen Windows-Verkäufe. Allein die Windows-Sparte konnte ihre Erlöse um fast ein Viertel steigern auf 5,9 Milliarden Dollar. Ein wenig mehr, als Analysten vermutet hatten.

Die Wall Street reagierte trotzdem enttäuscht. Offenbar waren die so genannten Flüsterschätzungen noch höher gewesen. Die Aktie von Microsoft fiel nachbörslich um zwei Prozent.

Ein solider, aber kein rekordverdächtiger Start

Das Betriebssystem Windows 8 ist seit 26. Oktober auf dem Markt. Damit will der High-Tech-Gigant im boomenden Geschäft mit Tablets und Smartphones Fuß fassen. Dort geben bislang Apple und Google den Ton an.

Tatsächlich hat das neue Betriebssystem Microsoft zu Weihnachten viel Geld in die Kassen gespült. Microsoft-Chef Steve Ballmer zeigte sich zufrieden mit dem Start von Windows 8. Es habe die Kunden begeistert und sich 60 Millionen Mal verkauft. Dazu muss man wissen, dass der Konzern seine Software derzeit zu Kampfpreisen verschleudert. Ein Upgrade für den PC kostet in Deutschland derzeit knapp 30 Euro.

Die Unternehmen zeigen sich zurückhaltend

"Es gibt immer noch keine Anzeichen, dass Windows 8 ein Riesenerfolg ist", kommentierte Analyst Andrew Bartels von Forrester Research. "Verglichen mit früheren Zeiten, als es starke Zuwächse gab, wenn ein neues herauskam, lässt sich das diesmal nicht feststellen." Zumal für die Einführung des neuen Betriebssystems hohe Marketing- und Vertriebskosten angefallen sind.

Eine offene Baustelle von Microsoft ist die Business-Sparte mit den wichtigen Office-Büroprogrammen. Sie büßte im Berichtsquartal ein Zehntel ihres Umsatzes ein und kam "nur" auf 5,7 Milliarden Dollar. Vor der Einführung von Windows 8 zeigten sich die Kunden zurückhaltend, erklärte das Management. Analyst Josh Olson von Edward Jones sagte dazu: "Das ist eine Pause vor einer Produkteinführung, die typisch ist."

um

Stand: 25.01.2013, 08:12 Uhr

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