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Pharma

Merck-Logo vor Unternehmensgebäude

Schlechte Nachricht für Patienten und Aktionäre

Trauriger Rückschlag für Merck

Stand: 07.12.2015, 08:02 Uhr

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck überrascht mit einer Nachricht aus der Krebsforschung. Ein großer Hoffnungsträger wirkt leider nicht so wie erhofft.

Der Wirkstoffkandidat Evofosfamide hat bei einer Studie der klinischen Phase III seine so genannten primären Endpunkte verfehlt. Daher wird Merck für das Mittel keine Zulassung bei den zuständigen Behörden einreichen.

Der Hoffnungsträger soll zur Behandlung von fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsen- und Weichteilkrebs eingesetzt werden. Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als die schwerwiegendste Krebserkrankung, da sie häufig lange Zeit unentdeckt bleibt und damit meistens zu spät behandelt wird.

Ein Sprecher von Merck wollte sich zu möglichen finanziellen Folgen nicht äußern. Die für Evofosfamide einkalkulierten Mittel wollen die Darmstädter nun in andere Entwicklungsprogramme investieren.

Dringend, aber leider erfolglos

Merck hatte sich im Jahr 2012 mit der US-Firma Threshold Pharmaceuticals zusammengetan, um Evofosfamide zur Marktreife zu bringen. Im Mai hatte Merck von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für Evofosfamide sogar noch den Fast-Track-Status zugesprochen bekommen. Damit hätte das Mittel - bei einer guten Wirksamkeit - angesichts des potenziellen hohen Nutzens besonders schnell zugelassen werden können.

Merck wird Rückschlag wegstecken, aber Threshold?

Die Merck-Aktie fällt in einer ersten Reaktion um gut zwei Prozent auf 90,22 Euro. Im vorbörslichen Handel war sie noch um knapp fünf Prozent eingebrochen. In jedem Fall ist damit ist der seit Mitte Oktober anhaltende charttechnische Aufwärtstrend gebrochen.

Merck KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
89,96
Differenz absolut
0,09
Differenz relativ
+0,10%

Ein Händler hielt insbesondere die vorbörsliche Kursreaktion für übertrieben. Die Analysten hätten das "Hochrisikomittel" ohnehin noch nicht in ihren Schätzungen berücksichtigt. Bei Umsatzschätzungen von lediglich bis zu 300 Millionen Euro bewege sich der Misserfolg für die Aktionäre in einem erträglichen Rahmen.

Deutlich drastischer fällt die Reaktion bei Threshold aus. Auf dem Frankfurter Parkett fällt der Wert um mehr als 40 Prozent - bei allerdings nur sehr geringen Umsätzen. Das erst im Jahr 2001 gegründete Unternehmen ist auf Forschungserfolge angewiesen. Im vergangenen Jahr setzte man gerade einmal 14 Millionen Dollar um und machte einen Verlust von 21,5 Millionen Dollar.

ME

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