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Fosun will Anteile aufstocken

Tom Tailor kommt wieder in Mode

Stand: 08.01.2016, 16:34 Uhr

Die chinesische Beteiligungsgesellschaft Fosun setzt in Europa nicht nur auf Banken, Versicherer und Tourismus, sondern auch auf Mode. Die Chinesen wollen die Anteile an Tom Tailor aufstocken. Das treibt den Kurs an.

Die Aktien des früheren SDax-Unternehmens ziehen am Freitag um über sechs Prozent an - bei sehr hohen Umsätzen. Mit 4,90 Euro notieren sie inzwischen wieder auf dem Stand von Mitte November.

Vereinbarung zum Kauf von Anteilen

Die chinesische Fosun kündigte am Freitag an, ihre Anteile an Tom Tailor auf bis zu 30 Prozent aufzustocken. Dazu sei mit einem anderen Aktionär eine Vereinbarung zum Kauf von Anteilen geschlossen worden. Den Namen des Verkäufers und den Preis nannte Fosun nicht.

Die Chinesen waren im Sommer 2014 bei Tom Tailor eingestiegen. Zuletzt lag der Anteil von Fosun bei 23,16 Prozent. Die Hamburger Modekette will mit Hilfe von Fosun auch auf dem chinesischen Markt expandieren.

Rutsch in die roten Zahlen

Tom Tailor Tailor tut sich momentan recht schwer auf dem Modemarkt. In den ersten neun Monaten konnte zwar der Umsatz leicht gesteigert werden um 1,5 Prozent auf 689 Millionen Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank aber um 17 Prozent auf 47,3 Millionen Euro. Unterm Strich verbuchten die Hamburger einen Verlust von 10,3 Millionen Euro - nach einem Gewinn im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2015 peilt Tom Tailor einen Umsatzanstieg auf 945 bis 955 Millionen Euro und ein bereinigtes Ebitda von 75 bis 80 Millionen Euro an.

Der Kurs der Modefirma hat sich auf Ein-Jahres-Sicht mehr als halbiert. Vor einem Jahr notierten die Aktien noch bei über elf Euro.

Das Fosun-Imperium

Die chinesische Beteiligungsgesellschaft Fosun befindet sich derzeit auf Shopping-Tour in Europa. Neben Tom Tailor hält Fosun Anteile am deutsch-britischen Reisekonzern Thomas Cook (Neckermann) und kontrolliert die Traditionsbank Hauck & Aufhäuser. Zudem haben die Chinesen den französischen Reiseveranstalter Club Med und den portugiesischen Versicherer Caixa Seguros übernommen. Um die deutsche Privatbank BHF lieferte sich Fosun zudem eine monatelange Bieterschlacht mit der französischen Oddo-Gruppe.

Fosun-Chef Guo Guangchang ist einer der reichsten Männer der Welt. Laut Forbes hat er ein Vermögen von rund 6,9 Milliarden Dollar. Kurz vor Weihnachten war der "Warren Buffett Chinas" für vier Tage von der Bildfläche verschwunden, tauchte dann aber wieder auf, als wäre nie etwas gewesen. Vermutlich wurde er von den chinesischen Behörden in einer Korruptionsaffäre vernommen.

nb

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