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Mode

Tom Tailor-Schriftzug auf einem Jeans-Etikett

Anteile aufgestockt

Übernehmen die Chinesen Tom Tailor?

Stand: 10.02.2016, 14:06 Uhr

Die chinesische Fosun hat ihre Anteile an dem ehemaligen SDax-Konzern Tom Tailor auf knapp 30 Prozent ausgebaut. Das treibt die Aktie ordentlich an.

Die chinesische Beteiligungsgesellschaft Fosun hält nun 29,47 Prozent an dem Hamburger Modeunternehmen Tom Tailor. Anfang Januar hatte Fosun allerdings angekündigt, die 30-Prozent-Schwelle nicht überschreiten zu wollen. Ansonsten müssten die Chinesen den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten.

Die Tom Tailor-Aktie machte einen ordentlichen Satz: Am Nachmittag war der Kurs mit 15,85 Prozent im Plus. Fosun war Mitte 2014 bei Tom Tailor eingestiegen. "Wir sehen Tom Tailor auf dem richtigen Weg", hatte Fosun-Manager Wang Qunbin zuletzt erklärt.

Guo Guangchang Fosun Group. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Verschwundener Milliardär

Allerdings verbuchte Tom Tailor in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen Verlust von 10,3 Millionen Euro, obwohl die Umsätze um 1,5 Prozent leicht auf 689 Millionen Euro.

Fosun-Chef Guo Guangchang ist einer der reichsten Männer der Welt. Laut Forbes hat er ein Vermögen von rund 6,9 Milliarden Dollar. Kurz vor Weihnachten war der "Warren Buffett Chinas" für vier Tage von der Bildfläche verschwunden.

Chinesische Beteiligungen

Tom Tailor ist aber bei Weitem nicht das einzige europäische Unternehmen, in dem die Chinesen ihre Finger haben. "Wir sehen eine neue Welle von chinesischem Kapital, das nach Europa - und vor allem nach Deutschland - schwappt", sagt Mikko Huotari vom China-Forschungsinstitut Merics.

Die chineische Regierung ermutige Firmen, im Ausland zu investieren - nicht zuletzt um die erwartete Abschwächung der Inlandsnachfrage abzufedern, so Roland Sauser von Ernst & Young.

Zudem steht hinter den Übernahmen auch das Kalkül, den Firmen einen leichtern Zugang zum chinesischen Markt zu gewähren und so den Wert der Beteiligung zu steigern. So wie beim Reiseunternehmen Thomas Cook, bei dem Fosun ebenfalls mit im Boot sitzt: Thomas Cook ist seit Mitte 2015 teil eines Joint Ventures im Reich der Mitte.

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Hier mischen die Chinesen mit

Anteile an Unternehmen

Thomas Cook Flugzeug

Thomas Cook

Am deutsch-britischen Reisekonzern Thomas Cook hält die chinesische Beteiligungsfirma Fosun fünf Prozent der Anteile. Diese möchte das Unternehmen von Milliardär Guo Guangchang allerdings weiter ausbauen.

cw/nb/rtr

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