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Springt FedEx in die Bresche?

TNT: Von Verzweiflung und Hoffnung

Die Übernahme von TNT durch den US-Logistikkonzern UPS ist gescheitert. Die Aktie von TNT Express bricht dramatisch ein und verliert in der Spitze 51 Prozent. Einige Anleger klammern sich nun verzweifelt an einen Strohhalm.

Bereits seit dem Frühjahr 2012 halten sich hartnäckig Spekulationen, auch der US-Wettbewerber FedEx könnte an TNT Express interessiert sein. Springt nun FedEx in die Bresche und nutzt die Gunst der Stunde für ein eigenes Übernahmeangebot?

TNT wieder mutterseelenallein
Danach sieht es, nüchtern betrachtet, derzeit nicht gerade aus. In einem Telefoninterview sagte der Chef von TNT Express nämlich, FedEx sei während des Übernahmeprozesses nicht an das Unternehmen herangetreten. TNT Express werde sich nun auf seine "Stand-Alone-Strategie" konzentrieren.

Was die Anleger von dieser "Stand-Alone-Strategie" halten, verdeutlicht ein Blick auf den Kurszettel: Bis zu 51 Prozent geben Anteilsscheine von TNT Express an der NYSE Euronext nach auf 4,08 Euro. Am frühen Nachmittag beläuft sich das Minus noch auf rund 40 Prozent.

EU-Kommission funkt dazwischen

TNT Express: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.04
Differenz absolut
0.07
Differenz relativ
+1.16%

Der US-Logistikriese UPS hatte am Morgen angekündigt, dass der milliardenschwere Zusammenschluss vor dem Aus steht. Darüber hätten die europäischen Wettbewerbshüter die beiden Unternehmen informiert.

Eigentlich wollten die Amerikaner den niederländischen Konkurrenten für 5,2 Milliarden Euro schlucken und damit auf dem europäischen Expressmarkt zum hiesigen Platzhirsch Deutsche Post DHL aufschließen. Auf eine Zustimmung der EU zu hoffen sei inzwischen unrealistisch, teilte TNT mit.

Charttechnik sendet Verkaufssignale

Auch aus technischer Sicht sollten sich Anleger nun besser nichts vormachen. Schließlich hat die TNT-Aktie mit der Markierung eines Allzeittiefs ein frisches technisches Verkaufssignal gesandt. Zwar könnte es in den kommenden Tagen zu einer kurzfristigen technischen Gegenreaktion kommen, mittelfristig stehen die Signale jedoch eindeutig auf Verkaufen.

Bei dem gigantischen Eröffnungsgap von 8,25 auf 4,20 Euro (Kurslücke, die zwischen Schlusskurs vom Freitag und erstem Kurs vom Montag klafft), handelt es sich nämlich um ein so genanntes Break-away-Gap. Die TNT-Aktie ist damit aus ihrer Handelsspanne der vergangenen Jahre (4,46 bis 10,24 Euro) nach unten ausgebrochen. Unterstützung erhält das Gap übrigens durch das hohe Handelsvolumen am Montag.

Wird das Break-away-Gap nicht binnen dieses oder der nächsten Handelstage geschlossen, so ist dies als ein sehr starkes Indiz für eine weitere Bewegung in Richtung des Ausbruchstrends zu werten. Sprich: die TNT-Aktie dürfte ihre Reise gen Süden weiter fortsetzen.