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Internet

Hund und Katze

30 Prozent Wachstum

Tierische Bescherung von Zooplus

Stand: 28.01.2016, 10:35 Uhr

Haustier-Besitzer kaufen zunehmend im Internet Futter für Miez und Mops ein. Das freut Zooplus, Europas führenden Online-Händler für Tierfutter. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr stärker als geplant.

Während der stationäre Handel mit Fressnapf und in Supermärkten nur um zwei bis drei Prozent jährlich wächst, boomt der Online-Handel für Heimtierprodukte. Zooplus steigerte die Gesamtleistung, die sich aus Umsatzerlösen und sonstigen Erträgen zusammensetzt, um 30 Prozent auf 742 Millionen Euro. Damit wurde das ursprüngliche Jahresziel von rund 700 Millionen Euro übertroffen.

Der Umsatz erhöhte sich um 31 Prozent auf 711 Millionen Euro. Der größte Schub kam von den Stammkunden. Hier betrug das Wachstum 37 Prozent. Beim Neukundengeschäft stiegen die Erlöse "nur" um 16 Prozent.

Tierfutter wächst stärker als Accessoires

Besonders stark waren die Zuwächse im Tierfutter-Bereich, der das Gros der Erlöse ausmacht. Nicht ganz so stark entwickelten sich die Accessoires wie Kratzbäume für Katzen und Hundebetten.

Die Anleger zeigten sich zunächst angetan von den Umsatzzahlen. Die Aktie sprang an die SDax-Spitze. Inzwischen ist aber der Internet-Titel leicht ins Minus gedreht. Die Umsätze seien letztlich im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, meinte ein Händler.

Aktie zu heiß gelaufen?

Die Zooplus-Aktie hat in den letzten zwölf Monaten gut 70 Prozent an Wert gewonnen. Mit 149 Euro wurde ein neues Rekordhoch erreicht. Seit Anfang des Jahres hat die Aktie allerdings etwas an Boden verloren und notiert bei nur noch knapp 119 Euro.

Die Commerzbank hob dennoch ihr Kursziel von 158 auf 160 Euro und beließ die Einstufung auf "Kaufen". Der Onlinehändler für Haustierbedarf sei Preisführer in der Branche, wovon seine Wettbewerbsposition profitiere, schrieb Analyst Andreas Riemann in einer Studie. Im laufenden Jahr sollte sich zudem die Gewinndynamik beschleunigen.

Milliardenmarkt lockt Amazon und Rewe an

Das Geschäft mit Haustieren ist ein Milliardenmarkt. Nach Angaben des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands setzen Fachhandel und Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland jährlich rund vier Milliarden Euro mit Hundefutter, Katzenstreu und sonstigem Tierbedarf um. In mehr als einem Drittel der Haushalte leben Haustiere - insgesamt 28 Millionen Hunde, Katzen, Nagetiere, Fische und Vögel.

Das Online-Geschäft zieht immer mehr Anbieter an. Auch Amazon und der Rewe versuchen im Online-Handel mit Tierbedarf Fuß zu fassen. Der Lebensmittelhändler sicherte sich im vergangenen Frühjahr die Mehrheit am Internethändler ZooRoyal. Rewe geht davon aus, dass sich der Anteil des Onlineumsatzes im Geschäft mit Heimtierbedarf in den kommenden fünf Jahren auf deutlich über 20 Prozent mehr als verdoppelt.

nb

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