Zwei rote Boxhandschuhe gegeneinander

Heftige Börsenreaktion Tiefschlag für AMD, Aktie geht k.o.

Stand: 02.05.2017, 07:40 Uhr

So brutal ist Börse: Die AMD-Aktie – bis vor kurzem noch einer der großen Überflieger an der Nasdaq – bricht massiv ein. Der Grund: knallharte Fakten.

Groß waren die Hoffnungen der Investoren mit Blick auf die neue Chipfamilie von AMD für PCs, Spielekonsolen und Server. Doch die Realität kann mit diesen Erwartungen nicht Schritt halten.

Zwar waren die Ergebnisse des Chip-Entwicklers größtenteils "in-line" mit den Schätzungen der Analysten. Doch ganz offensichtlich kamen sie noch nicht einmal in die Nähe dessen, was sich Anleger erwartet hatten.

Kurseinbruch trotz Umsatzsprung

Anders lässt sich die heftige Börsenreaktion wohl kaum erklären. AMD-Aktien schmierten im nachbörslichen US-Handel um 11,2 Prozent ab auf 12,10 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit knapp drei Monaten.

Zuvor hatte AMD über einen Umsatzsprung im ersten Quartal berichtet. Die Erlöse stiegen um 18 Prozent auf 984 Millionen Dollar. Der Nettoverlust verringerte sich auf 73 Millionen Dollar von 109 Millionen Euro.

Sinkende Marge!?

Analysten und Marktbeobachter reagierten mit Verwunderung auf Aussagen von Lisa Su in der Telefonkonferenz, rechnet die Konzernchefin doch für das zweite Quartal mit einer operativen Marge von 33 Prozent.

Damit soll diese wichtige Kennziffer leicht unterhalb des Vergleichswertes vom ersten Quartal (34 Prozent) liegen.

Auf später vertröstet

Dies steht im diametralen Gegensatz zu den Erwartungen der Investoren, die auf einen großen Aufwärtsschwung bei Umsatz und Marge gewettet hatten, nachdem AMD den Wiedereintritt auf dem Markt für Unternehmenssoftware geschafft hatte, auf dem es in den letzten Jahren so gut wie nicht präsent gewesen war.

Auch der erhoffte Schub durch die neuen Ryzen-Chips lässt auf sich erwarten. Su musste die Investoren auf später vertrösten: "Es wird noch einige Quartale dauern, bis wir unser ganzes Portfolio auf Ryzen umgestellt haben."

Die Hoffnung heißt Ryzen

Der Ryzen-Chip ist der große Hoffnungsträger von AMD. Ryzen ist der erste Chip, der komplett auf der neuen Zen-Architektur basiert. Der Chip, der zunächst in Desktop-PCs und Spielekonsolen zum Einsatz kommen sollen, hat das Potenzial, einen Preiskrieg mit Intel zu entfachen. Schließlich kostet er nur rund die Hälfte des Vergleichsproduktes von Intel.

Diese Marke sollte jetzt halten

Investoren sollten sich dennoch davor hüten, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Womöglich stellt der heutige Kursabschlag sogar in der mittelfristigen Perspektive eine gute Kaufgelegenheit dar.

Solange die AMD-Aktie es schafft, die Unterstützung bei 12 Dollar – hier verläuft die untere Begrenzung der Seitwärtsrange der vergangenen drei Monate – zu verteidigen, kann sie sich ihre Chancen auf der Oberseite wahren. Die AMD-Aktie hat allein binnen Jahresfrist 260 Prozent hinzugewonnen.

ag

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