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Stahl

Stahlarbeiter von ThyssenKrupp steht am Hochofen

Neuordnung des Emissionsrechtehandels

ThyssenKrupp: Stahlproduktion vor dem Aus?

Stand: 03.01.2016, 10:58 Uhr

Klare Worte vom Konzernchef: Sollte die Politik an ihren Plänen festhalten, wäre für ThyssenKrupp die Stahlproduktion "nicht mehr möglich".

Sollten die Pläne der Europäischen Union zur Neuordnung des Emissionsrechtehandels wie vorgesehen umgesetzt werden, kämen auf die Branche Mehrbelastungen zu, die nicht zu stemmen seien, so Hiesinger im Interview mit "Welt am Sonntag".

(Un-)liebsame Politik

Hiesinger setzt darauf, zusammen mit der Politik eine Lösung zu finden. "Darauf hoffe ich auch jetzt noch - weil es auch aus Sicht des Klimaschutzes die falsche Entscheidung wäre, die Stahlindustrie in Europa zugunsten anderer Hersteller mit dramatisch schlechterer Klimabilanz aus dem Markt zu drängen."

Doch Hiesinger wehrt sich im Interview nicht nur gegen politische Maßnahmen – er ruft auch nach ihnen: Mit Mindestpreisen sollte die Europäische Union seiner Meinung nach die Wettbewerbsnachteile der europäischen Hersteller im Vergleich zu den Billigimporteuren aus China ausmerzen. Schließlich kämpfe die Branche derzeit um ihre wirtschaftliche Existenz.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger findet im Interview klare Worte. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Hoffnungszeichen aus China

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,22
Differenz absolut
-0,12
Differenz relativ
-0,54%

Vor diesem Hintergrund wundert die schwache Kursperformance der ThyssenKrupp-Aktie kaum. 2015 war sie mit einem Minus von 13,7 Prozent der viertgrößte Kursverlierer im Dax. Zuletzt gab es jedoch vereinzelte Hoffnungszeichen, das Papier konnte sich von seinem Jahrestief bei 14,94 Euro deutlich nach oben absetzen.

Gegen Jahresende waren es vor allem die Pläne der chinesischen Regierung, die Stahlproduktion massiv zurückzufahren, welche den Stahlhersteller in höhere Kursregionen beförderten. Schließlich sollte ein sinkendes globales Überangebot den Stahlpreis zumindest stabilisieren.

ag

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