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Automobile

Ein schwarzes Tesla Model X-Modell

Trotz Verlusten: Börse feiert Tesla

Tesla-Aktie zündet wieder

Stand: 04.11.2015, 08:16 Uhr

Pioniergeist kostet: Der Elektroautobauer Tesla fährt tiefer in die roten Zahlen. Die Börse ist jedoch ganz und gar nicht enttäuscht. Anleger reagieren geradezu euphorisch. Ist das auch ein VW-Effekt?

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Es ist zuvorderst ein Signal, dass Anleger an die Zukunft des Elektrobauers glauben: Die Tesla-Aktie reagiert auf die gestern Abend nach Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen mit Kursgewinnen von mehr als neun Prozent. Allerdings war die Stimmung in den letzten drei Monaten auch etwas gedrückt, der Kurs war um 22 Prozent gefallen.

Elon Musk hat es gestern aber verstanden, neue Wachstumsfantasie zu entfachen. Der Tesla-Chef kündigte an, die Produktion nach den guten Absatzzahlen rasch auszuweiten. Er sehe keine Probleme, in den kommenden Wochen eine Produktionsrate von einigen hundert Autos pro Woche zu erreichen, sagte Musk.

Positive VW-Effekte...

Für das laufenden Vierteljahr peilt das Unternehmen nun die Auslieferung von bis zu 19.000 Fahrzeugen an. Allerdings senkte Tesla die Spanne der erwarteten Auslieferungen für das ganze Jahr leicht auf 50.000 bis 52.000 gegenüber den im vergangenen Quartal prognostizierten 50.000 bis 55.000 Fahrzeugen.

Musk hofft auch auf positive Effekte des Diesel-Skandals von Volkswagen. Zwar habe sich dieser bislang noch nicht in höheren Verkaufszahlen niedergeschlagen, doch es könnte einen kurzfristigen Nutzen für den Elektroautobauer durch "Dieselgate" geben, sagte er.

Der US-Elektroautopionier Tesla hat sein neues Luxusmodell X SUV erfolgreich auf dem US-Markt platziert und strebt eine weitere Steigerung der Produktion in den nächsten Monaten an. Im dritten Quartal lieferte das Unternehmen nach Angaben vom Dienstag insgesamt 11.603 Autos aus. Das waren fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr und auch mehr als Tesla noch im Oktober erwartet hatte.

... und der X-Faktor

Trotz der guten Verkäufe verbuchte der Autobauer in den drei Monaten bis Ende September einen Verlust von 230 Millionen Dollar - das größte Minus seit zweieinhalb Jahren. Im gleichen Vorjahreszeitraum belief sich das Minus auf 75 Millionen Dollar.

Die hohen Kosten für die Markteinführung des neuen Elektro-SUV "Model X" im September und die Entwicklung des für den Massenmarkt geplanten "Model 3" rissen überraschend tiefe Löcher in die Bilanz. Der Umsatz stieg indes um zehn Prozent auf 937 Millionen Dollar.

Kultfaktor berauscht Tesla-Aktie

Trotz guter Börsenreaktion: Die Ergebnisse lagen unter den Erwartungen der meisten Analysten. Und doch konnten auch die Experten die Tesla-Zahlen positiv bewerten. Anleger seien erleichtert darüber, dass die Bestellungen des neuen Model X nicht zulasten der bereits seit längerem verkauften Oberklassenlimousine Model S gingen, sagte Ivan Feinseth von Tigress Financial Partners.

"Der X verkauft sich gut und er ist kein Wagen, der andere Modelle kannibalisiert." Tesla profitiere immer noch von dem Kult um die Marke und Firmengründer Musk.

Neuer Finanzchef

Der schillernde Vorstandschef stellte zudem einen neuen Finanzchef vor, den der Tech-Milliardär von Google zu sich lotste. Jason Wheeler, der die letzten 13 Jahre für den Internetriesen arbeitete, ersetzt Deepak Ahuja, dessen Rückzugspläne Tesla im Juni bekanntgemacht hatte.

Tesla kündigte zudem an, das "Model 3" - das erste Modell des Unternehmens, das für die breitere Bevölkerung erschwinglich sein soll - Ende März 2016 zu präsentieren. Darüber hinaus wurden keine konkreten Angaben zum Zeitplan bis zur Marktpremiere gemacht.

bs

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