Tesla 3

Tesla wertvoller als GM Tesla-Rally: Das ist die Krönung!

von Angela Göpfert

Stand: 11.04.2017, 08:08 Uhr

Der Elektroautopionier Tesla hat General Motors an der Börse überholt: Der Konzern von Elon Musk ist jetzt der wertvollste Autohersteller der USA. Das wirft Fragen auf.

Die Tesla-Aktie hat am Montag bei 313,73 Dollar ein frisches Rekordhoch markiert. Damit sendet sie eines der besten Kaufsignale der Technischen Analyse überhaupt. Zum Handelsschluss an der Nasdaq war das Papier noch 312,39 Dollar wert. Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt damit 50,950 Milliarden Dollar.

Der Börsenwert von General Motors beläuft sich dagegen auf 50,886 Milliarden Dollar. In der vergangenen Woche hatte das Elektroauto-Start-up bereits Ford – den am Umsatz gemessen zweitgrößten US-Hersteller – hinter sich gelassen.

So cool, so charismatisch

Doch was ist es, was die Tesla-Aktie antreibt? Erst am Montag bescheinigt ein Analyst von Piper Jaffray dem noch jungen Unternehmen die Fähigkeit, die Begeisterung von Investoren und Verbrauchern zu wecken.

Das ist es tatsächlich, was Tesla auszeichnet: Keiner der anderen Autohersteller hat einen solch charismatischen Chef wie Elon Musk. Und keines der Elektroautos der anderen Hersteller besitzt ein solch "cooles", "pures" Image wie ein Tesla.

Tesla-Chef Elon Musk

Tesla-Chef Elon Musk. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Start-up vs. Old Economy

Fundamental lässt sich die Tesla-Rally eindeutig nicht erklären. Während der Elektroautobauer im vergangenen Jahr 84.000 Fahrzeuge verkaufte und damit einen Umsatz von sieben Milliarden Dollar erzielte, verkaufte GM zehn Millionen Wagen und erlöste damit 166 Milliarden Dollar.

In der Tat ist eine fundamentale Betrachtung im Falle von Tesla regelrecht irreführend, vergleicht man hier doch ein Start-up mit einem Dinosaurier der "Old Economy".

Alles pure Spekulation?

Die relative Schwäche der großen Autobauer in den letzten Monaten, darunter auch VW, Daimler und BMW, ist denn auch zuvorderst dem schwachen US-Markt geschuldet – und nicht etwa der Tatsache, dass Tesla Motors bereits alle Konkurrenten an die Wand fährt.

»Die Investoren wetten darauf, dass Tesla Motors ein bedeutender Hersteller in der Zukunft sein wird, der zudem gute Margen erreichen wird. Diese Spekulation hängt kaum am traditionellen Zyklus der Autoverkäufe in den USA, sondern ist aufgrund der Innovation und der schier unendlichen Phantasie ein Aspekt, warum sich Tesla Motors gegen den Branchentrend stemmt.«

Alexander Hirsekorn, "Wellenreiter-Invest"

"Buy the rumour, sell the facts"

Angesichts der riesigen Vorschusslorbeeren, mit denen Tesla im Moment an der Börse überschüttet wird, stellt sich die Frage nach dem Enttäuschungspotenzial. Das Erscheinen des neuen Model 3 dürfte dabei ein Knackpunkt werden.

Im Juli will Tesla mit der Produktion des Model 3 beginnen, das mit einem Startpreis von 35.000 Dollar erschwinglicher sein soll als die bisherigen Modelle. Bis dahin könnte das Motto gelten: "Buy the rumour, sell the facts."

Mit anderen Worten: Bis Juli lässt sich bei Tesla kaum fundamentales Enttäuschungspotenzial ausmachen, bis dahin ist also noch Luft nach oben.

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Das frühreife Kind

Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur und arbeitet an großen Projekten, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.

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