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Weniger Dividende
Telekom setzt Anleger auf Diät
Als Anleihenersatz waren sie bisher in aller Munde, schlug die Dividendenrendite der Telekom-Aktien doch regelmäßig die der Festverzinslichen. Nun kommen auf die Anleger magerere Jahre zu - die Rendite kann sich aber immer noch sehen lassen.
Ab dem Geschäftsjahr 2013 sinkt die Dividende deutlich
Die Deutsche Telekom will nämlich für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 die Dividende um knapp 30 Prozent von derzeit 70 Cent auf 50 Cent kürzen. Dabei ist geplant, den Aktionären auch die Wahlmöglichkeit für eine Ausschüttung in Form von Aktien anzubieten. Beide Ausschüttungsvarianten sind dabei für inländische Aktionäre steuerfrei. Analysten hatten zuletzt im Schnitt für das Jahr 2013 mit 60 Cent und für das Jahr 2014 mit 58 Cent Dividende gerechnet.
An der Börse gerät die Telekom-Aktie unter Druck und vollzieht im frühen Xetra-Handel am Freitag ihre Verluste des Abendhandels nach. Der Dax-Titel steht mit einem Abschlag von über drei Prozent am Indexende.
Wirklich überraschend kommt die Dividendenkürzung aber nicht, weil auf die Telekom hohe Kosten zukommen. Auch ist der Bonner Konzern nicht der erste in der europäischen Branchenlandschaft, der wegen des harten Wettbewerbs, des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds oder einer drückenden Schuldenlast den Gürtel enger schnallen muss und dies auch seine Aktionäre spüren lässt.
In guter Gesellschaft
So strich der spanische O2-Mutterkonzern Telefonica bereits vor Monaten die Dividende für dieses Jahr und halbierte sie für das kommende. Telekom Austria kürzte die Ausschüttung für dieses Jahr auf fünf Cent von 38 Cent je Aktie. Auch der französische Konkurrent France Telecom senkte die Dividenden für dieses und das kommende Jahr deutlich. Dies erklärt Händlern zufolge, warum die Reaktion der Börsen bei der Deutschen Telekom nicht heftiger ausfällt.
Dividendenrendite bleibt hoch
Auch angesichts der deutlichen Kürzung bleibt die Dividendenrendite des Dax-Schwergewichts weiterhin üppig. Legt man den aktuellen Kurs von 8,30 Euro zu Grunde, ergibt sich bei der kommenden Ausschüttung von 70 Cents eine Rendite von 8,4 Prozent. Die 50 Cents der beiden Folgejahre ergeben immerhin noch eine Dividendenrendite von 6,00 Prozent.
Höhere Investitionen geplant
Der durch die Dividendenkürzungen ausgeweitete Investitionsspielraum soll genutzt werden, um die Breitband-Infrastruktur auszubauen, besonders in Deutschland und den USA. Im Mobilfunk geschieht das auf Basis des modernsten Standards LTE. Allein für den Ausbau der deutschen Breitband-Infrastruktur im Festnetz mit Glasfaser und Vectoring seien für die Jahre 2013 bis 2020 Investitionen von rund sechs Milliarden Euro vorgesehen. Zusätzlich haben T-Mobile USA und Apple vereinbart, im Jahr 2013 gemeinsame Produkte auf den Markt zu bringen.
Die erhöhten Investitionen sollen bereits im Jahr 2014 zu Wachstum sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Vorsteuerergebnis (Ebitda) führen. Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet die Telekom ein Ebitda von rund 17,4 Milliarden Euro. Das ist etwas weniger als die für dieses Jahr angepeilten 18 Milliarden Euro.
Wachstum erst 2014
Wird der US-Regionalanbieter MetroPCS mit einbezogen, ergibt sich ein bereinigtes Ebitda von rund 18,4 Milliarden Euro. Erst für das Jahr 2014 plant die Deutsche Telekom, ihr Ergebnis wieder zu steigern. Dann soll auch der Umsatz zulegen.
Stand: 06.12.2012, 09:36 Uhr