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Telekommunikation

T-Mobile-Shop in New York

Iliad winkt ab

Telekom bleibt auf US-Tochter sitzen

Der französische Mobilfunkkonzern Iliad hat seine Pläne für die milliardenschwere Übernahme von T-Mobile US aufgegeben. Offenbar wollte die Deutsche Telekom deutlich mehr Geld für ihre US-Tochter als die Franzosen bereit waren hinzublättern.

Das Übernahmeprojekt sei beendet worden, teilte Iliad am Montagabend nach Xetra-Schluss mit. Sowohl der Vorstand von T-Mobile US als auch die Deutsche Telekom hätten das jüngste Angebot von 36 Dollar je Aktie für 67 Prozent der Anteile abgelehnt. An einem neuen aufgestockten Angebot hätten sie kein Interesse gezeigt.

Iliad hatte sich eine Frist bis Mitte Oktober für eine Entscheidung darüber gesetzt, ob das Unternehmen die Offerte erhölht oder sich ganz zurückzieht. Die Franzosen hatten ursprünglich 33 Dollar je Aktie für eine Mehrheit an der Telekom-Tochter geboten und sie dann um drei Dollar angehoben haben. Ein Insider erklärte das Angebot von Iliad läge weit unter dem, was für T-Mobile US angemessen wäre.

T-Mobile-Aktie unter Druck

Die Nachricht drückte den Aktienkurs von T-Mobile US um zeitweise rund drei Prozent. Die T-Aktien notierten im späten Handel dagegen fast unverändert.

Insidern zufolge freundet sich die Telekom zunehmend mit der Idee an, T-Mobile noch mindestens ein Jahr zu behalten. Da nämlich in den USA Ende 2015 wichtige Funkfrequenzen versteigert werden, dürfen beteiligte Firmen vor diesem Datum nicht in Übernahmeschlachten ziehen. Nach der Versteigerung könnte es mehr Interessenten geben, mutmaßen die Telekom-Manager.

Das wechselhafte US-Abenteuer

Die Deutsche Telekom hatte im Jahr 2000 unter der Ägide von Ron Sommer die US-Firma Voicestream geschluckt und sie später in T-Mobile US umbenannt. Lange Zeit war die US-Tochter ein Sorgenkind der Bonner und sollte abgegeben werden. Doch ein Verkauf an an den Konkurrenten AT&T scheiterte am Veto der Kartellwächter. Inzwischen hat sich T-Mobile US zu einem wichtigen Wachstumstreiber der Telekom gemausert. Die US-Tochter steuert rund ein Drittel zum Konzernumsatz und ein Fünftel zum Gewinn bei.

nb

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