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Aktien
Keine leichte Entscheidung
Telekom-Aktionäre: Was tun mit der Dividende?
von Angela Göpfert
Die Deutsche Telekom stellt ihre Aktionäre vor eine schwierige Wahl: Aktien-Dividende oder Bar-Dividende? Der Konzern selbst hofft, dass sich möglichst viele für die neuen Aktien entscheiden. Doch nicht für alle Privatanleger ist das die richtige Wahl.
Dieses Mal ist alles anders: Statt ihren Aktionären pünktlich am Tag nach der Hauptversammlung die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr zu überweisen, bekommen die Anleger Bezugsrechte für neue Aktien ins Depot gebucht. Diejenigen, die sich für die neuen Aktien entscheiden, erhalten dafür einen Bonus von rund zwei Prozent. Das genaue Bezugsverhältnis wird am 30. Mai errechnet.
Zeit bis Anfang Juni
Voraussichtlich noch bis zum 3. Juni haben dann die zahlreichen Telekom-Anleger Zeit, ihrer depotführenden Bank mitzuteilen, ob sie die Ausschüttung in Form von Aktien wahrnehmen wollen. Unternehmen sie nichts, bekommen sie wie üblich die Bar-Dividende aufs Geldkonto ihrer Depotbank überwiesen.
Die buchmäßige Lieferung der Aktien-Dividende soll voraussichtlich am 18. Juni erfolgen und die der Bar-Dividende am 12. Juni.
Warum das alles?
Doch warum nur macht die Deutsche Telekom ihren Aktionären mit solch komplizierten Dividendenfragen das Leben so schwer, mag sich der eine oder andere Anleger verwundert fragen.
Nun, welches Ziel die Deutsche Telekom mit diesem Schritt verfolgt, ist völlig klar: Die Bonner wollen ihre Finanzkraft stärken. Denn so können sie ihre Ausschüttungssumme weiter reduzieren – ohne die Dividende formal noch weiter kürzen zu müssen.
Eine riskante Strategie
Denn mit Blick auf die Gewinnentwicklung bei der Deutschen Telekom ist die derzeitige Ausschüttungspolitik eigentlich kaufmännischer Unsinn. Im Geschäftsjahr 2012 verbuchte die Telekom nämlich einen Verlust von 5,3 Milliarden Euro, der Free Cashflow schrumpfte auf 6,2 Milliarden Euro.
Eine Ausschüttung von 70 Cent je Aktie, aber selbst von künftig 50 Cent je Aktie ist da eine riskante Strategie. Gelingt es der Telekom nämlich nicht, ihren Gewinn wieder zu steigern, häuft sie allein durch die Dividendenzahlungen immer neue Schulden auf. Der Schuldenberg der Bonner belief sich zuletzt bereits auf 77,4 Milliarden Euro.
Werben um die Privatanleger
Kein Wunder also, dass die Telekom hofft, dass sich möglichst viele Aktionäre für die neuen Aktien entscheiden. Bereits im Vorfeld der Hauptversammlung hatten die Bonner heftig um die Zustimmung der Privatanleger geworben:
Pluspunkte: Rabatt und Gebührenfreiheit
So ähnlich sieht das auch Markus Friebel, Analyst bei Independent Research: "Wir empfehlen die Ausschüttung in Form von Aktien wahrzunehmen."
Tatsächlich erscheint eine rabattierte und – nicht zu vergessen – gebührenfreie Reinvestition der Dividende auf den ersten Blick sinnvoll. Allerdings unter einer wichtigen Voraussetzung: Der Kurs der Telekom-Aktie zieht weiter an. Friebel etwa geht von einem Kursziel von 10,40 Euro aus.
Der Pferdefuß
Sollte die Telekom-Aktie allerdings nicht die gewünschte Richtung einschlagen, so wäre auf Jahressicht nicht nur die Dividende futsch. Der Anleger würde zudem in einem weit stärkeren Maße als zuvor an der negativen Kursentwicklung partizipieren.
Fakt ist: Der Privatanleger, der sich für die neuen Aktien entscheidet, holt sich damit ein erhöhtes Kursrisiko ins Depot, der Telekom-Anteil im Depot wird erhöht. Ob er das will, hängt wiederum ganz vom individuellen Anlegertyp ab.
Stand: 22.05.2013, 11:45 Uhr