K+S KALI GmbH Kammer des K+S-Salzbergwerkes in Bernburg

Spekulationen über IPO des Salzgeschäfts Teilt sich K+S auf?

Stand: 19.05.2017, 09:05 Uhr

K+S (Kali + Salz) muss womöglich bald seinen Namen ändern. Der neue Vorstandschef hat Spekulationen angeheizt, das Salzgeschäft abzustoßen und an die Börse zu bringen. Die Anleger freuen sich.

Nach Ansicht von K+S-Chef Burkhard Lohr wird Kali + Salz zu sehr als Kali-Titel an der Börse wahrgenommen. Der Wert des Salzgeschäfts sei nicht ausreichend gewürdigt, monierte er zuletzt im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Jedes Gerücht im Kalimarkt ändert unseren Kurs, die guten Nachrichten aus dem Salzgeschäft dagegen verpuffen."

Aktien von K+S im Aufwind

Das ärgert Lohr. Der 54-jährige Manager, der seit Ende April den Bergbaukonzern führt, plant deshalb Konsequenzen. Das Management werde bis zum Herbst entscheiden, wie es mit dem Salzgeschäft weitergehe, sagte Lohr auf einer Investorenkonferenz in New York. "Anleger hoffen nun darauf, dass es zu einem Börsengang kommt", meinte ein Aktienhändler. "Die Sache scheint sich zu beschleunigen."

Die Spekulationen auf einen Börsengang des Salzgeschäfts beflügeln am Freitag die Aktien von K+S. Die Titel steigen zur Xetra-Handelseröffnung um gut zwei Prozent und sind größter Gewinner im MDax.

Schlag gegen die Leerverkäufer?

Der Platow-Brief berichtete zudem, Lohr plane eine Kapitalerhöhung, die ausschließlich von einem Finanzinvestor gezeichnet werden solle. Damit wolle er den Anteil der Leerverkäufer drücken, die bei dem Salz- und Düngemittelkonzern aktiv sind. Der Ausgabepreis der neuen Aktien solle bei um die 26 Euro liegen.

K+S-Grubenbetrieb mit Lader

K+S: Das war wohl nichts

Tatsächlich sucht K+S schon lange einen neuen Großaktionär. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hatte Lohr erklärt, das Kasseler Unternehmen befinde sich in Gesprächen mit möglichen Ankerinvestoren. Ein Großaktionär sei wichtig, weil er eine Stabilisierung bedeute. Die Suche nach einem Ankerinvestor habe bereits vor einigen Jahren begonnen, erklärte Lohr am Donnerstag in New York.

Aktien seit der Übernahmeschlacht deutlich gesunken

Vor zwei Jahren wehrte das K+S-Management eine Milliarden-Übernahme durch den Konkurrenten Potash ab. Potash hatte 41 Euro je Aktie geboten. Aktuell notiert der Titel bei knapp 23 Euro. "Wir wollen den Kurs nachhaltig steigern", kündigte Lohr an.

Eine größere Übernahme schließt Lohr für die nächsten zwei bis drei Jahre aus. Zunächst soll die Verschuldung heruntergefahren werden. Gerade erst hat K+S seine lange angekündigte milliardenteure neue Kalianlage "Legacy" in Kanada eröffnet.

nb

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