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Vor dem Börsengang

Talanx ködert künftige Anleger

Vor dem in den nächsten Wochen erwarteten Börsengang des drittgrößten deutschen Versicherers, rührt Talanx-Chef Herbert Haas kräftig die Werbetrommel - und verspricht eine satte Dividende.

"Wir wollen 35 bis 45 Prozent unseres Konzerngewinns ausschütten", sagte Vorstandschef Herbert Haas der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) laut einem Vorabbericht. "Übrigens erhalten die Anleger für 2012 die volle Dividende, obwohl der Börsengang erst so spät im Jahr ist."

Mehr sei allerdings kaum drin, meinen Experten, so lange auch die bereits börsennotierte Tochter Hannover Rück nicht mehr Dividende zahle. Talanx ist mit 50,2 Prozent an der Nummer vier unter den weltweiten Rückversicherern beteiligt, die mehr als die Hälfte zum operativen Ergebnis von Talanx beisteuert.

Nettogewinn kräftig gestiegen

Im ersten Halbjahr war der Nettogewinn um zwei Drittel auf 354 Millionen Euro gestiegen, das operative Ergebnis (Ebit) hatte sich auf 855 Millionen Euro fast verdoppelt. Allerdings könne man diese Entwicklung nicht auf das Gesamtjahr fortschreiben, sagte Haas der Zeitung "Euro am Sonntag".

Denn im ersten Halbjahr sei das Geschäft nicht von Großschäden belastet worden. Der drittgrößte deutsche Versicherungskonzern hatte am Montag seinen Börsengang für Herbst angekündigt und damit seine jahrelangen Pläne erstmals konkret gemacht. In Finanzkreisen hatte es geheißen, das Initial Public Offering (IPO) solle innerhalb von vier Wochen über die Bühne gehen, spätestens Anfang Oktober. "Man kann nicht davon ausgehen, dass die Märkte in zwölf bis 18 Monaten ruhiger sein werden", rechtfertigte der Talanx-Chef den Schritt.

Hintertürchen offen gelassen

Vom Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum ESM in der kommenden Woche und vom Troika-Bericht zu Griechenland erwartet Haas keine so starken Marktturbulenzen, dass der Börsengang gefährdet ist. "Allenfalls ein überraschender Schock wie 2011 das Erdbeben in Japan könnte unsere Pläne ins Wanken bringen", sagte der Talanx-Chef.

Das Volumen des Börsengangs soll rund eine Milliarde Euro erreichen, wie eine mit den Einzelheiten vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters gesagt hatte. Haas betonte der "FAS" zufolge, der Hauptaktionär HDI plane keine Anteilsverkäufe: "Die Beteiligung soll - wenn überhaupt - nur im Rahmen von Kapitalerhöhungen sinken, ein schrittweiser Verkauf über die Börse ist nicht geplant." Auf jeden Fall wolle der HDI 50 Prozent und eine Aktie dauerhaft halten.

Stand: 09.09.2012, 12:19 Uhr