Talanx-Konzernzentrale in Hannover

Ausnahmejahr 2016 Talanx auf Rekordkurs

Stand: 20.03.2017, 14:58 Uhr

Deutschlands drittgrößter Versicherer aus dem MDax hat mit seinem endgültigen Zahlenwerk für das abgelaufene Jahr überzeugt. Ganz so stürmisch wie 2016 wird es in diesem Jahr aber nicht weitergehen.

Die mehrheitlich vom Haftpflichtverband HDI kontrollierte Gesellschaft hat den Gewinn im abgelaufenen Jahr um 24 Prozent auf den neuen Rekordwert von 907 Millionen Euro gesteigert.

Firmenchef Herbert Haas hatte bereits Anfang Februar einen Gewinn von rund 900 Millionen Euro in Aussicht gestellt und damit geliefert. Geholfen hat dem Konzern dabei der gute Erfolg der Rückversicherungstochter Hannover Rück, die zu 50,2 Prozent kontrolliert wird. Auch die zuletzt defizitäre Industrieversicherung schreibt wieder schwarze Zahlen.

Dividende steigt, Fokus auf das Ausland

Die Aktionäre der im MDax notierten Aktien erhalten eine um fünf Cent auf 1,35 Euro erhöhte Dividende. Allerdings sind nur gut 16 Prozent der Aktien im Streubesitz, weitere knapp fünf Prozent in institutionellem Besitz. Den Rest streicht der HDI ein.

Die Einnahmen gingen um zwei Prozent auf 31,1 Milliarden Euro zurück, wären aber währungsbereinigt stabil geblieben. Positiv entwickelten sich 2016 die Großschäden, die mit 883 Millionen Euro unter dem ursprünglich avisierten Betrag von 1,125 Milliarden Euro lagen. Das Kapitalanlageergebnis lag erneut bei 3,6 Prozent, allerdings nur wegen Gewinnrealisierungen im Rentenportfolio.

Talanx-Vorstand Herbert K. Haas

Talanx-Vorstand Herbert K. Haas. | Bildquelle: Unternehmen

Verstärkt konzentrieren will sich Talanx zukünftig auf das Auslandsgeschäft. "Das Ziel, bis 2018 mehr als 50 Prozent der Prämien in der Erstversicherung im Ausland zu erzielen, haben wir 2016 mit 49 Prozent nahezu erreicht", sagte Haas. Talanx will wie die Hannover Rück künftig weltweit auftreten und das Portfolio dadurch verbreitern. Gleichzeitig läuft der Umbau des heimischen Geschäfts weiter, dabei sollen rund 930 Stellen wegfallen.

Ausblick und Stimmen

Für das laufende Jahr geht Talanx-Chef Haas von einem Gewinn von rund 800 Millionen Euro aus. Hoffnungen setzt er dabei wieder auf die Hannover Rück, die den fünften Rekordgewinn und das dritte Milliardenergebnis in Folge erwartet.

Analyst Rene Locher von Mainfirst ewartet derweil keine weiteren positiven Überraschungen und stuft das Papier entsprechend von "Outperform" auf "Neutral" herab. "Es ist Zeit für eine Atempause", schrieb der Experte, der die Aktie auch angemessen bewertet sieht. Das Kursziel hob er aber um drei auf 34 Euro an.

Die Commerzbank hat die Einstufung für Talanx nach Zahlen für 2016 auf "Hold" mit einem Kursziel von 32 Euro belassen. Der Überschuss des Versicherers sei stark ausgefallen, schrieb Analyst Michael Haid.

Aktie auf hohem Niveau

Das Talanx-Papier ist zuletzt gut gelaufen und hat seit dem Sommer einen veritablen Aufwärtstrend ausgebildet. Vom Zwölf-Monats-Tief im Juni 2016 bei 25,20 Euro bis auf den erst in diesem Monat erreichten Topkurs bei 34,75 Euro. Das war gleichzeitig ein Rekordhoch für das Papier, das im Oktober 2012 zu 18,30 Euro an die Börse gebracht worden war. Aktuell sieht es aber eher nach einer Konsolidierung aus, am Mittag verliert die Aktie in einem lustlosen Marktumfeld knapp zwei Prozent.

rm

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Der europäische Platzhirsch gemessen am Börsenwert ist die Allianz mit einer Marktkapitalisierung von derzeit fast 80 Milliarden Euro. Operativ sind die Münchener in den Sparten "Schaden und Unfallversicherung", "Leben- und Krankenversicherung", "Asset Management" sowie "Corporate und Sonstiges" aufgestellt. Auch weltweit ist die Allianz eine große Nummer. Sie spielt mit Größen wie China Life Insurance, UnitedHealth und Ping An Insurance in einer Liga. Die kapitalstarke Allianz ist einer der attraktivsten Dividendenzahler im Dax, zuletzt wurde die Ausschüttung von 7,30 auf 7,60 Euro (für 2016) erhöht. Operativ sieht man sich auf Kurs, zwischen zehn und elf Milliarden Euro zu verdienen.

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