Seitenueberschrift

Chemie

Syngenta-Schriftzug

Chinesen bieten

Syngenta-Aktionäre jubeln

Stand: 03.02.2016, 07:43 Uhr

Es ist eine Multi-Milliarden-Übernahme. Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta soll für viel Geld übernommen werden.

Die China National Chemical Corporation, kurz ChemChina, bietet den Aktionären von Syngenta 465 Dollar in bar zuzüglich einer Sonderdividende von 5 Franken. Damit wird der Schweizer Konzern mit über 43 Milliarden US-Dollar bewertet. Der Übernahmepreis entspricht bei den derzeitigen Wechselkursen umgerechnet rund 426 Euro. Ganz so hoch stiegt die Syngenta-Aktie zunächst nicht. Auf Tradegate notiert das Papier bei rund 393 Euro, was immer noch einem Aufschlag von rund neun Prozent gegenüber gestern entspricht.

Man muss an den USA vorbei

Sollte der Deal genehmigt werden, wäre es der bisher größte chinesische Zukauf im Ausland. Allerdings ist die nötige Genehmigung möglicherweise ein Problem. Denn das amerikanische Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) muss zustimmen. Das Aufsichtsgremium, das Übernahmen auch unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit prüft, gilt als nicht besonders erpicht auf Übernahmen durch chinesische Konzerne, die dadurch an Einfluss in den USA gewinnen. Und Syngenta macht schätzungsweise ein Viertel seines Umsatzes in den USA, wo es der größte Anbieter von Pestiziden ist.

Syngenta-CEO John Ramsay will sich davon aber nicht bange machen lassen. Seiner Meinung nach dürfte die Genehmigung der Transaktion durch die Behörden nicht sehr schwierig sein.

Letztes Jahr was es besser

Hoffentlich liegt damit das Management inklusive dem Verwaltungsrat nicht genauso falsch wie bei der Ablehnung des Übernahmeangebots des US-Konkurrenten Monsanto im vergangenen Jahr. Im August hatte der Verwaltungsrat die 46 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte von Monsanto zurückgewiesen. Das waren drei Milliarden Dollar mehr. Bezieht man die Wechselkurse mit ein, wäre der Vorteil für die Syngenta-Aktionäre noch höher gewesen.

Sollte die Transaktion scheitern, wäre eine Vertragsstrafe fällig, sagte Ramsey auf Nachfrage von Reuters. Für ChemChina beträgt die so genannte Breakup-Gebühr rund drei Milliarden Dollar, für Syngenta etwa 1,5 Milliarden Dollar.

Die Offerte ist an die Bedingung geknüpft, dass mindestens 67 Prozent der Aktien angedient werden. Das von den Aktionären heftig kritisierte Syngenta-Management soll an Bord bleiben.

ME

Darstellung: