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Hochsaison: Zeit der Dividende

Starker Geldregen der Dax-Konzerne

von Bettina Seidl

Bald geht sie wieder los, die Dividendenzeit. Im April und Mai ist Hochsaison. In diesem Jahr überweisen die Dax-Konzerne ihren Aktionären stolze 28 Milliarden Euro. ThyssenKrupp gehört zu den wenig rühmlichen Ausnahmen.

Geldregen auf dem Börsenparkett: Die Dax-Konzerne werden 2013 rund 28 Milliarden Euro ausschütten.

Der Stahlkonzern hat im Moment ganz schön zu knapsen. Nicht genug, dass Pannen beim Stahlwerkbau, das Schienenkartell, Affären um Luxusreisen das Image lädiert haben. Auch die Zahlen stimmen nicht. Im vergangenen Geschäftsjahr schrieb der Konzern tiefrote Zahlen: Ein Verlust von fünf Milliarden Euro steht in den Büchern. Wo keine Gewinne, da auch kein Geld für eine Gewinnausschüttung. Erstmals seit der Fusion von Thyssen und Krupp 1999 erhalten die Aktionäre in diesem Jahr keine Dividende.

Doch das ist keinesfalls symptomatisch. 2013 wird ein super Dividendenjahr. Die 30 Dax-Konzerne werden bis Anfang Juni nach Berechnungen der Commerzbank gut 28 Milliarden Euro auf die Konten ihrer Anteilseigner überweisen. Zwei Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Der miserable Ruf der Aktie

Eine stolze Summe, und doch wird die Dividende als Kaufargument für die Aktie oft unterschlagen. Was zur Folge hat, dass die Mehrheit der Deutschen die Aktie als Risikopapier einschätzen, als Glücksspiel. "Das ist mir zu riskant", sagen die meisten Deutschen auf die Frage, ob sie Aktien besitzen oder kaufen würden. Die regelmäßigen Erhebungen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) belegen eindrucksvoll, dass die Deutschen wahre Aktienmuffel sind. Nur 2,9 Millionen Menschen besitzen hierzulande direkt Aktien. Das sind nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung.

Der Ruf der Aktie ist – zumindest in Deutschland – ruiniert. Was potenzielle Anleger vor allem abschreckt, ist das Auf und Ab an den Börsen. Das Desaster rund um die T-Aktie hat die Ängste nicht gemildert. Die heftigen Schwankungen im Zuge der Finanzkrise trugen ebenfalls zur Verunsicherung bei.

Angsthasen und Unwissende

Was die meisten Anleger übersehen – oder gar nicht wissen: Dass gerade Standardwerte wie die Aktien aus dem Dax inzwischen solider sind als so manche Staatsanleihe. Dass die Dividende ein ordentliches Plus an Rendite bringt. Und dass sie ein guter Puffer für Kursverluste ist.

Das vergangene Jahr war ein ausgesprochen gutes Börsenjahr. Der Dax legte 29 Prozent zu. Davon stammen 4,8 Prozentpunkte von der Dividende. Denn der Deutsche Aktienindex ist ein so genannter Performance-Index, das heißt, Dividendenzahlungen und andere Einnahmen aus dem Aktienbesitz fließen in den Punktestand mit ein. Der reine Dax-Kursindex legte 'nur' 24 Prozent zu.

Dax Dividendenzahlungen 2013

Das werden die Dax-Konzerne in diesem Jahr voraussichtlich ausschütten (Stand: Ende Januar).

Wer zahlt die höchste Dividende?

Angesichts dieses Kursgewinns mögen fünf Prozent mager wirken. Aber Jahre wie 2012 sind Ausnahmejahre. In normalen Jahren fällt die Dividende stärker ins Gewicht. Studien ergaben, dass beim Anlegen in Dax-Aktien 30 bis 50 Prozent des Erfolgs der Dividende zu verdanken sind. Anleger tun also gut daran, darauf zu achten, wie großzügig die Unternehmen sind. Die nebenstehende Grafik zeigt, welche Konzerne wie viel ausschütten.

Die Dividende ist natürlich nicht sicher bis in alle Ewigkeit, wie das Beispiel ThyssenKrupp zeigt. Schon länger darben die Eigner der Commerzbank. Es ist nun mittlerweile das fünfte Jahr, dass die Frankfurter das Portemonnaie geschlossen halten. Gefeit ist man vor solchen Ausfällen nicht. Anleger müssen daher Zahlenwerk und Geschäftsmodell genau unter die Lupe nehmen, um ein Gefühl für die Nachhaltigkeit der Dividende zu bekommen.

Die reine Höhe der Ausschüttung ist übrigens nicht entscheidend. Man muss vielmehr berücksichtigen, was eine Aktie kostet. Die Dividende wird also ins Verhältnis zum Kurs gesetzt werden. Heraus kommt die so genannte Dividendenrendite.

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9.21
Differenz absolut
-0.83
Differenz relativ
-8.30%
Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.90
Differenz absolut
0.03
Differenz relativ
+0.23%
RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.40
Differenz absolut
0.14
Differenz relativ
+0.50%
Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
46.36
Differenz absolut
-0.28
Differenz relativ
-0.60%

Die höchsten Dividendenrenditen im Dax bieten derzeit die Telekom, die Versorger RWE und Eon, die Deutsche Börse, Münchener Rück und Allianz. Auch Daimler und K+S liefern noch ganz stattliche Renditen. Sie werfen momentan vier bis acht Prozent Dividendenrendite ab. Eine Bundesanleihe kann da bei weitem nicht mithalten.