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IPO

Größter Börsengang in diesem Jahr

Stabilus startet mit Schwung

Stand: 23.05.2014, 17:55 Uhr

In der Öffentlichkeit völlig unbekannt, aber ein Produktangebot von Weltklasse: mit Stabilus geht heute einer jener Mittelständler an die Börse, für die die deutsche Wirtschaft im Ausland so beneidet wird. Entsprechend erfolgreich verlief der Start.

Stabilus Stammwerk in Koblenz

Stabilus. | Bildquelle: Unternehmen

Stabilus ist ein Autozulieferer, genauer gesagt ein Hersteller von Gasdruckfedern. Die werden beispielsweise zum Öffnen von Heckklappen oder zur Höhenverstellung von Lenkrädern eingesetzt. Sie finden sich aber auch in Drehstühlen und Gepäckfächern von Flugzeugen.

Produkte also, die nicht wirklich sexy sind. Entsprechend hielten sich die Begehrlichkeiten der Anleger zunächst in Grenzen. Die Aktien des Koblenzer Unternehmens wurden zu 21,50 Euro je Stück zugeteilt. Die Preisspanne hatte bei 19 bis 25 Euro gelegen. Damit wird das Unternehmen mit 446 Millionen Euro bewertet.

Mit 22,75 Euro war der Erstkurs allerdings ein voller Erfolg. Danach kletterte das Papier in einem über 23 Euro, zum Xetra-Schluss notierte es bei 23,35 Euro, was einem satten Zeichnungsgewinn von 8,6 Prozent entspricht.

Größter Börsengang in Deutschland

Der Eigentümer, die Beteiligungsgesellschaft Triton, konnte alle angepeilten rund 9,1 Millionen Aktien losschlagen. Die Zahl der Titel aus einer zusätzlichen Kapitalerhöhung fiel mit rund drei Millionen dagegen um gut zehn Prozent niedriger aus als ursprünglich geplant.

Stabilus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
49,86
Differenz absolut
0,43
Differenz relativ
+0,87%

Statt den ursprünglich erwarteten 292 Millionen Euro hat der Börsengang nun ein Volumen von 261 Millionen. Damit ist er der bisher größte in Deutschland in diesem Jahr. Triton ist der größte Profiteur, fließen ihm doch 196 Millionen Euro des Erlöses zu. Nur ein kleiner Teil, nämlich 65 Millionen Euro, geht an Stabilus.

Anleihe zurückzahlen

Mit diesem Geld will Stabilus eine Anleihe zurückzahlen, die im Juni vergangenen Jahres ausgegeben worden war. Euro. Nach dem IPO soll mindestens die Hälfte der Stabilus-Aktien im Streubesitz sein. Bei maximaler Ausnutzung der Mehrzuteilungsoption sinkt der Anteil des Finanzinvestors Triton auf 42,5 Prozent.

Stabilus hat eigenen Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2012/13 mit weltweit rund 4.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 460 Millionen Euro erzielt, 2013/14 soll er auf mehr als 500 Millionen Euro wachsen. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz bereits um zwölf Prozent. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte auf 21,2 Millionen Euro, nach 13,3 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern belief sich auf 59 Millionen Euro.

Weitere Börsengänge geplant

Bisher hatte 2014 nur der 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions bei einem Börsengang in Frankfurt neue Aktien verkauft. Sie legten innerhalb von zwei Wochen fast neun Prozent zu. Als nächster Börsenkandidat wird im Juni der Dachpfannen- und Schornstein-Hersteller Braas Monier erwartet.

lg

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Für Kreisch-Momente an der Börse könnte der Online-Modehändler Zalando sorgen. Nach letzten Informationen könnte das IPO im September über die Bühne gehen. Das könnte Internet-Aktien neuen Schub geben und weitere Firmen aus der Branche ans Parkett locken. Der Wert des 2008 gegründeten Schuhversandhändlers wird mittlerweile auf 3,6 Milliarden Euro taxiert. Zalando hat kurz vor Weihnachten die Weichen für einen Börsengang gestellt und sich in eine AG umgewandelt. Die Samwer-Brüder, die 18 Prozent an Zalando halten, wären an einem baldigen IPO interessiert. Offiziell wurden aber die Börsenpläne noch nicht bestätigt.
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