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Investorenlegende

Porträt George Soros

Crash im Anmarsch?

Soros wettet gegen den S&P 500

Stand: 17.08.2016, 16:38 Uhr

Mit seiner Spekulation gegen das britische Pfund zwang George Soros die Bank of England in die Knie und machte ein Vermögen. Nun wettet der 86-jährige Star-Investor auf den Absturz der Wall Street.

Bereits Anfang des Jahres prophezeite der wohl bekannteste Spekulant der Welt einen nahenden Crash an den US-Börsen - ähnlich wie nach der Lehman-Pleite 2008. Doch bisher ist der große Kurssturz ausgeblieben. Im Gegenteil: Dow, S&P 500 und der Nasdaq Composite sind gar auf neue Rekordhochs geklettert. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der breite Standardwerte-Index S&P 500 nahezu verdoppelt.

Einsatz verdoppelt

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.388,77
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Das ist Soros offenbar nicht geheuer. Schon nach dem britischen Votum für den Brexit hatte er gesagt, die Finanzmärkte näherten sich einer Krise. Der legendäre Hedgefonds-Manager wettet nun noch mehr auf den Crash. Er hat seinen Einsatz gegen den S&P 500 nochmals knapp verdoppelt. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hat der 86-Jährige die Zahl der Optionen von 2,1 Millionen zum Ende des ersten Quartals auf nunmehr gut vier Millionen Papiere erhöht.

Der Star-Investor setzt damit insgesamt 840 Millionen Dollar auf einen Crash an der Wall Street. Das ist nicht viel für Soros. Der Milliardär sitzt auf einem von Forbes geschätzten Vermögen von rund 25 Milliarden Dollar.

Gold statt Aktien

Statt Aktien setzt der Hedgefonds-Manager in diesem Jahr auf Gold und Goldminenaktien. Allein im ersten Quartal kaufte Soros' Fonds über eine Million Anteile am größten Goldfonds der Welt, dem SPDR Gold Trust. Zudem erwarb er 19 Millionen Aktien des weltgrößten Goldförderers Barrick. Zum Ende des zweiten Quartals trennte er sich von Barrick-Titeln wieder und tauschte sie in Gold.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zuletzt hatte Soros auf Kursverluste der Deutschen Bank gewettet - betrachtet man den Kursverlauf, offensichtlich mit Erfolg. Inzwischen hat er seine Short-Positionen verringert oder aufgelöst.

nb

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