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Elektronik

Ein Model präsentiert eine Sony PlayStation 4 in Hongkong, China

Totgesagte leben länger

Sony kann sogar noch überraschen

Stand: 29.01.2016, 10:51 Uhr

Eigentlich hatten Analysten und Investoren den japanischen Elektronikhersteller Sony schon abgeschrieben. Da meldete sich der Konzern im Herbst mit schwarzen Zahlen zurück. Die peilt Sony jetzt auch für das gesamte Geschäftsjahr an.

In dem noch bis zum 31. März 2016 laufenden Gesamtgeschäftsjahr geht Sony davon aus, erstmals seit drei Jahren wieder einen Gewinn ausweisen zu können. Den Prognosen zufolge strebt der Konzern einen Überschuss von 140 Milliarden Yen (rund eine Milliarde Euro) und einen Umsatz von 7,9 Billionen Yen an.

Analysten halten diese Erwartung für sehr konservativ. Wie der "Playstation"-Hersteller heute bekannt gab, erzielte Sony bereits in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres (zwischen April und Dezember) einen Nettogewinn von 236 Milliarden Yen (rund 1,8 Milliarden Yen). Im Vorjahreszeitraum hatte Sony noch ein Minus von 19,9 Milliarden Yen eingespielt. Allerdings dürfte das laufende Quartal deutlich schwächer ausfallen.

Verschiedene Faktoren

Sony: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
30,10
Differenz absolut
0,04
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+0,15%

Zu verdanken hat Sony den Turnaround dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Das Unternehmen profitiert von der anhaltenden Schwäche der Landeswährung Yen und und solider Geschäfte der Spielesparte, allen voran der populären Playstation-Reihe. Hinzu kommen die Auswirkungen der massiven Kosteneinsparungen der letzten Jahre. Damit konnte der Konzern die Folgen eines stagnierenden Umsatzes mehr als ausgleichen. Tatsächlich sind die Erlöse in den ersten neun Monaten nur um 0,1 Prozent auf 2,58 Billionen Yen.

Das Geschäft mit Bildsensoren, die in den Kameras vieler Smartphones verbaut sind und dem Konzern zuvor die Kassen gefüllt hatten, lief im abgelaufenen Quartal schlecht. Gründe dafür sind der kaum noch steigende Absatz von Apples iPhone und eine enttäuschende Wirtschaftentwicklung in China.

Aktie hat sich erholt

Der einst so innovative Sony-Konzern ist in vielen Bereichen - etwa bei Smartphones und TV-Geräten - hinter Rivalen wie Apple und Samsung sowie asiatischen Billig-Anbietern zurückgefallen.

Seit dem Anfang 2013 markierten Tiefststand bei 7,38 Euro hat sich die Aktie zwar wieder etwas erholt, bleibt aber von ihrer astronomischen Bewertung Anfang der 2000er Jahre Lichtjahre entfernt. Die jüngsten Quartalszahlen wurden von den Anlegern mit Kursgewinnen von über sieben Prozent gefeiert. Seit ihrem historischen Tief hat sich die Sony-Aktie bis heute verdreifacht. Aber Anleger sollten nicht vergessen, dass die Papiere Ende Februar 2000 noch 155,50 Euro wert waren.

lg

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