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Aktie im Post-Buffett-Tief
Solarworld: Haben die Anleger zu hoch gezockt?
In der Spitze konnten Anleger mit der Solarworld-Aktie im neuen Jahr schon Kursgewinne von mehr als 70 Prozent einfahren. Doch so langsam scheint es vorbei mit der Herrlichkeit. Und dafür gibt es gute Gründe.
Schnell Geld verdienen mit der Solarworld-Aktie? Das kann auch nach hinten losgehen
So sieht es bei dem TecDax-Unternehmen fundamental alles andere als rosig aus. Dumpingpreise der Konkurrenz aus China und die Kürzung der deutschen Solarförderung kratzen an der Existenzgrundlage des Bonner Solarkonzerns.
Der Verlust im dritten Quartal hatte sich auf 68,7 Millionen Euro versechsfacht. Eine konkrete Gewinn-/Verlustprognose für das Gesamtjahr 2012 trauen sich die Bonner bislang nicht zu. Einzig dass Solarworld auf ein hohes operatives Minus zusteuert, ist klar. Erst am 21. März werden Anleger Genaueres erfahren, dann veröffentlicht Solarworld seinen Konzernbericht 2012.
Kurzarbeit in Freiberg
Bis dahin dürfte Anlegern aber bei der momentanen Nachrichtenlage nicht langweilig werden. So berichtete die Chemnitzer Zeitung "Freie Presse" am Samstag, hunderte Solarworld-Beschäftigte am sächsischen Standort Freiberg steuerten auf Kurzarbeit zu. Rund 350 Mitarbeiter der Wafer- und Solarzellenfertigung seien betroffen. Auch der MDR berichtete am Sonntag über die anstehende Kurzarbeit.
Die Solarworld-Aktie gibt daraufhin am Montag zunächst bis zu 5,8 Prozent auf 1,49 Euro nach, dreht dann aber im Lauf des Vormittags ins Plus. Die Aktie war zu Jahresbeginn bis auf 1,88 Euro gestiegen, nachdem Investmentlegende Warren Buffett einen Solar-Entwicklungspark in den USA für 2,5 Milliarden Dollar gekauft hatte.
Analysten raten zum Verkauf
Warren Buffett
Marktbeobachter sprachen von einem Short-squeeze. Denn fundamental war die Kursrally überhaupt nicht nachvollziehbar. Solarworld ist von allen deutschen Solarkonzernen "am wenigsten von Buffetts Kauf betroffen", wunderte sich etwa Equinet-Analyst Stefan Freudenreich jüngst im Gespräch mit boerse.ARD.de und bezeichnete die Kursrally als "Strohfeuer". Freudenreich hatte seine Verkaufsempfehlung erst vor kurzem erneuert und ein Kursziel von 80 Cent ausgegeben.
Ähnlich skeptisch beurteilt Sven Diermeier von Indenpendent Research die Solarworld-Rally. Er votiert weiterhin mit "verkaufen" für die Solarworld-Aktie mit einem Kursziel von 90 Cent.
Wer lacht als letzter?
Ob sich die Skeptiker an der Börse durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Unter technischen Gesichtspunkten sieht es aber eher danach aus. So hat die Solarworld-Aktie nach dem Hoch bei 1,88 Euro schon wieder kräftig korrigiert und notiert aktuell nur noch bei rund 1,60 Euro. Sowohl der lang- als auch der mittelfristige Abwärtstrend sind voll intakt.
Anleger sollten nun unbedingt die Marke bei 1,45 Euro im Auge behalten – das 50-Prozent-Fibonacci-Retracement der Januar-Rally. Bei einem Sturz darunter,würde sich das technische Bild deutlich eintrüben.
Als nächstes gälte es, die fallende 200-Tage-Linie (aktuell bei 1,37 Euro) im Auge behalten. Solange die Solarworld-Aktie oberhalb dieser wichtigen Unterstützung notiert, behalten die Bullen das Zepter in der Hand. Sollte der TecDax-Titel aber unter diesen wichtigen gleitenden Durchschnitt stürzen, so würde dies eine Ausdehnung der Korrektur, im schlimmsten Fall bis hin zum Allzeittief bei 0,94 Euro, nach sich ziehen.