Snapchat Geister-Logo flieht aus gelbem App-Icon auf einem Smartphone-Display

Große Probleme Snap(chat) lotet neue Tiefen aus

Stand: 11.08.2017, 08:29 Uhr

Die Betreiberfirma der Foto-App Snapchat fällt an der Börse erneut massiv in Ungnade. Zwar explodierte der Umsatz, doch ebenso auch die Verluste.

In den drei Monaten bis Ende Juni nahm der Verlust verglichen mit dem Vorjahreswert von 116 Millionen auf 443 Millionen Dollar zu, wie Snap gestern nach dem Ende des regulären Börsenhandels an der NYSE mitteilte. Der Umsatz stieg zwar um über 150 Prozent auf 182 Millionen Dollar, blieb damit aber unter den Prognosen der Analysten.

Mit Enttäuschung wurde auch die Entwicklung der Nutzerzahl aufgenommen. Die Zahl der täglich aktiven User kletterte auf 173 Millionen, was einem Anstieg um 21 Prozent im Jahresvergleich und um vier Prozent verglichen mit dem Vorquartal entspricht. Die Erlöse pro Nutzer stiegen von 50 Cent im Vorjahreszeitraum auf 1,05 Dollar, am Markt war jedoch ein noch größerer Zuwachs erwartet worden.

Problem Facebook

Bei seinem Börsengang Anfang März hatte Snap noch für Begeisterung gesorgt. Die zu 17 Dollar verkauften Papiere stiegen um bis zu 44 Prozent und am Tag darauf auf bis zu knapp 30 Dollar.

Bis zum Ende des nachbörslichen Handels brach die Snap-Aktie um knapp 17 Prozent auf 11,45 US-Dollar ein. Zeitweise notierten die Papiere sogar nur noch 11,31 Dollar. Das bisherige Rekordtief im regulären Börsenhandel lag bei 11,91 US-Dollar. Somit gibt es charttechnisch keine weitere Unterstützung mehr.

Snap setzt insbesondere der große Konkurrent Facebook im Nacken. Facebook hat ursprünglich Snap kaufen wollen, war aber bei Chef und Mitgründer Evan Spiegel abgeblitzt. Facebook-Chef Mark Zuckerberg attackiert den aufstrebenden Wettbewerber seitdem umso heftiger. Facebook und die zum Konzern gehörende Foto-App Instagram setzen Snapchat zu, indem sie wesentliche Funktionen kopieren.

Mit Erfolg: Instagram hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 400 Millionen täglich aktive Nutzer. Snapchat hatte mit Bildern, die nach dem Ansehen von alleine wieder verschwinden, vor allem bei jüngeren Nutzern große Popularität gewonnen. Später wurde das Angebot etwa mit Fotofiltern, Medieninhalten und einer Kamera-Sonnenbrille ausgebaut.

ME

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