Fräskopf von SLM Solutions

Geplatzte Übernahme hängt noch nach SLM Solutions stottert noch

Stand: 10.08.2017, 13:22 Uhr

Nach der geplatzten Übernahme durch GE kommt SLM Solutions noch nicht wieder auf Touren. Projekte mussten damals verschoben werden. Das lastet noch jetzt auf dem Umsatz und drückt den 3D-Drucker-Hersteller tiefer in die roten Zahlen.

Im ersten Halbjahr weitete sich der Verlust auf 5,9 Millionen aus, nach einem Fehlbetrag von 2,3 Millionen Euro vor Jahresfrist. Der Umsatz schrumpfte im ersten Halbjahr um 40 Prozent auf 29 Millionen Euro. Jetzt bangen Anleger um die Jahresprognose. SLM Solutions will auf Erlöse von mindestens 110 Millionen Euro kommen - davon ist nicht einmal ein Drittel im Kasten.

November-Lichtblick?

Das TecDax-Unternehmen litt nach eigenen Angaben unter der Unsicherheit infolge der gescheiterten Übernahme durch den US-Konzern General Electric im vergangenen Jahr. Dadurch haben sich Projekte veschoben. SLM hält gleichwohl an seiner Jahresprognose fest.

SLM setzt weiter auf das wichtige vierte Quartal. Denn im November findet die für die Branche wichtige Messe Formnext statt. Hoffnung macht auch die bisher größte Einzelbestellung der Firmengeschichte im Juni, die allerdings bereits bekannt ist. Der Auftragseingang zog im ersten Halbjahr deshalb an.

Neue Übernahmespekulationen

Für die mittelfristige Entwicklung der Aktie spielen die Quartalzahlen derzeit offenbar eher eine untergeordnete Rolle, wie der Blick auf den Chart zeigt. Viele Investoren setzen darauf, dass sich ein neuer Interessent für das Unternehmen findet. Analysten wie Equinet-Experte Cengiz Sen warnen hier jedoch vor überzogenen Erwartungen. Er sieht nur begrenztes Potenzial nach oben und ein hohes Abschlagsrisiko. Seine Aktienempfehlung: Reduce mit einem Kursziel von 27,50 Euro. Die meisten Experten halten sich derzeit zurück. So empfiehlt derzeit nur die Deutsche Bank das Papier zum Kauf.

Der US-Konzern GE hatte im September für SLM geboten, die Übernahme dann aber wenige Wochen später, im Oktober, wieder abgeblasen. Der Kurs war der Spielball der Geschehnisse: Er schoss zunächst auf ein Hoch von 44,30 Euro, brach dann zunächst ein, um sich relativ schnell wieder auf ein Niveau von 38 Euro einzupendeln. GM hatte eben diese 38 Euro geboten.

Da einige Anleger, unter anderem der für seine Störfeuer bekannte Finanzinvestor Paul Singer, mehr rausschlagen wollten und deshalb ihre Anteile nicht anboten, zog sich GE zurück und kaufte stattdessen den SLM-Konkurrenten Concept Laser, der nicht an der Börse notiert ist.

bs

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