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Investitionen bremsen Gewinn
Sixt denkt an morgen
Deutschlands größter Autovermieter will auch im Ausland groß werden. Doch dazu muss Sixt erst einmal kräftig investieren. Das knabbert am Gewinn. Im Gesamtjahr ist ein Rückgang zu erwarten. An der Börse wird das nüchtern aufgenommen.
Sixt sorgt vor: Doch die Investitionen werden die Gewinne 2012 drücken.
Nur auf die Zukunft allein wollen Anleger nicht bauen. Sixt mag in Deutschland die Nummer 1 sein, doch die Zukunft der Unternehmen liegt eben nicht hierzulande, sondern im Ausland. Und dort macht Sixt nur rund ein Viertel seines Geschäftes. In den nächsten drei Jahren hofft der Autovermieter zwar, drei seiner Konkurrenten auszustechen. Bis 2015 will Sixt die Rivalen Hertz, Avis und Europcar in Europa überholen. Doch ob das klappt? Die Börse ist skeptisch.
Die Sixt-Aktie reagiert auf die heutige Quartalsbilanz nebst Ausblick mit einer Seitwärtsbewegung, notiert zur Stunde mit einem leichten Minus von 0,4 Prozent bei 13,87 Euro. Auch auf das Jahr gesehen tritt das im SDax notierte Papier auf der Stelle, Ende 2011 war die Sixt-Aktie bei 13,66 Euro. Das kurze Zwischenhoch im März bei 16,86 Euro war schnell wieder passé, der Kurs sackte bis Juni auf 12,55 Euro.
Hauptmarkt Deutschland schwächelt
Die Quartalsbilanz kann keine Fantasie entfachen, fiel sogar etwas schlechter aus als erwartet. Höhere Kosten, etwa für den Aufbau des Geschäfts im weltgrößten Vermietmarkt USA und für die gemeinsam mit BMW betriebene Carsharing-Firma DriveNow, knabberten am Gewinn. Das Ergebnis vor Steuern (Ebt) sank um acht Prozent auf 40,6 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem etwas höheren operativen Ergebnis gerechnet.
Immerhin blieb die Nachfrage auf hohem Niveau geblieben, wie Sixt betont. Der Konzernumsatz stieg in den Monaten Juli bis September um 1,3 Prozent auf 427,8 Millionen Euro. Die Erlöse aus Vermietungen stiegen, vor allem in Westeuropa und in den USA. Allerdings sank der Leasingumsatz. In Deutschland sei das Wirtschaftsumfeld bereits spürbar eingetrübt.
Dennoch ist der Autovermieter optimistisch. Vorstandschef Erich Sixt sagte, sein Unternehmen wachse auch in einem schwierigen Konjunkturumfeld. "Alles in allem haben wir nach neun Monaten ein mehr als ordentliches Ergebnis erwirtschaftet."
Gewinnrückgang im Gesamtjahr
Für das Gesamtjahr 2012 stellte er einen höheren Umsatz in Aussicht. Das Ergebnis vor Steuern soll "auf hohem Niveau" liegen, wenn auch unter dem Rekordwert des Jahres 2011.
In welchem Ausmaß der Gewinn schwindet, das sagt Sixt nicht. In den ersten neun Monaten war der Nachsteuergewinn um ein Zehntel auf 72,3 Millionen Euro zurückgegangen. Die Umsätze insgesamt stiegen von Januar bis September um 2,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.
Stand: 19.11.2012, 11:04 Uhr