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Wochenausblick

Bilanzsaison macht Anleger vorsichtig

Sind die Kurse zu heiß gelaufen?

Die Zeit der großen Kurssprünge scheint vorerst vorbei. Nach der Rally der letzten Wochen atmen die Anleger erst einmal tief durch. Neue Impulse könnte die US-Berichtssaison geben, die in der kommenden Woche an Fahrt gewinnt. Doch das Enttäuschungspotenzial ist gestiegen.

Wird es den Anlegern jetzt doch mulmig angesichts des Börsen-Höhenflugs in den letzten drei Monaten? "Wir sind zu schnell zu stark gestiegen", befürchtet Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. Seit Mitte November hat der Dax rund 800 Punkte zugelegt. In diesem Jahr hat sich die Rally verlangsamt. Nach dem fulminanten Start am ersten Handelstag traten die Kurse auf der Stelle. In der vergangenen ersten vollen Handelswoche büßte der Dax 0,8 Prozent ein.

Selbst der gute Start in die US-Bilanzsaison beflügelte die Börsen kaum. Der Alcoa-Effekt verpuffte schnell. Dabei schaffte der Rohstoffkonzern unerwartet schwarze Zahlen und gab einen vielversprechenden Ausblick.

Enttäuschungspotenzial gestiegen

Weil so viele optimistisch seien, steige das Enttäuschungspotenzial und damit die Wahrscheinlichkeit von Kursrückschlägen, meint Amato von Lang & Schwarz. Auch Aktienmarktexperte Markus Reinwand von der Helaba ist vorsichtig. Die inzwischen sehr ausgeprägte Gelassenheit der Anleger lasse Rücksetzer befürchten.

"Der Dax scheint etwas festgefahren", meint Händler Markus Huber von ETX Capital. Die Anleger warteten nun auf nachhaltige Impulse, die den Börsen neuen Schub geben könnten.  

Ob dieser von der US-Berichtssaison kommt, ist fraglich. "Der schwache wirtschaftliche Verlauf könnte durchaus zu einigen Enttäuschungen führen", warnen die Aktienstrategen der Landesbank Berlin. Die US-Firmen würden noch eine Zeit lang unter der Konjunkturflaute in Europa leiden, meint Chef-Anlagestratege James Swanson vom Vermögensverwalter MFS. Erst im dritten Quartal 2013 rechnet er mit einem Ende des Gewinnabschwungs bei den S&P-500-Firmen.

Die Woche der Finanzwerte

Im Rampenlicht stehen in der kommenden Woche die Finanzwerte. Die Branchengrößen Goldman Sachs, JP Morgan (am Mittwoch), die Bank of America und Citigroup (am Donnerstag) legen ihre Zahlen vor. Die Entspannung an den Finanzmärkten im vierten Quartal und die Erholung des Häusermarkts dürfte den US-Großbanken Rückenwind verliehen haben, meinen Experten.

Die Hightech-Branche blickt besonders gespannt auf Intel. Der Chiphersteller präsentiert am Donnerstag nach Börsenschluss als erster Technologiekonzern seine Zahlen. Zuletzt war die Intel-Aktie deutlich abgesackt - angesichts trüber Aussichten im PC-Geschäft. Ein Gradmesser für die gesamte Konjunktur könnten die Zahlen von General Electric sein, die am Freitag veröffentlicht werden.

Umsatzzahlen von Metro

Aus Deutschland legt am Mittwoch Metro seine Umsatzzahlen vor. Experten rechnen lediglich mit einem Mini-Plus von 0,3 Prozent. Möglicherweise prescht auch SAP vorab mit seinen Quartalszahlen vor. Offiziell stehen die Zahlen aber erst am 23. Januar auf der Agenda.

Fülle von US-Konjunkturdaten

Eine Reihe von Konjunkturdaten könnten ebenfalls die Börsen in Bewegung bringen. Am Dienstag werden die US-Einzelhandelsumsätze für Dezember veröffentlicht. Analysten rechnen mit einer Abschwächung des Wachstums auf 0,2 Prozent. Am Donnerstag kommt als Frühindikator der Philly Fed Index. Es wird ein Anstieg auf 75,0 Punkte erwartet. Am Freitag folgt der von der Uni Michigan ermittelte Index des US-Verbrauchervertrauens. Laut Analysten-Prognosen dürfte dieser auf 5,0 Punkte fallen - nach 8,1 Zählern im Vormonat.

Im Euroraum dürften vor allem die Daten zum deutschen Wirtschaftswachstum 2012 das Interesse der Anleger auf sich ziehen. Am Dienstag wird das Statistische Bundesamt seine Schätzung veröffentlichen. Volkswirte rechnen trotz der Euro-Schuldenkrise mit einer Zunahme des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,8 Prozent.

Euro im Höhenflug

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Im Bann der Konjunkturdaten steht der Euro. Er war einer der großen Gewinner in diesem Jahr bisher. Gegenüber dem Yen gewann er vier Prozent, gegenüber dem Dollar zwei Prozent. Am Freitag vergangener Woche beflügelte Goldman Sachs den Euro mit einer Kaufempfehlung. Die Gemeinschaftswährung stieg auf den höchsten Stand seit April 2012.

Stand: 13.01.2013, 14:18 Uhr