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Durchwachsene Quartalszahlen

Siemens kommt mit einem blauen Auge davon

Es hätte schlimmer kommen können für den Münchener Branchenriesen Siemens. Zum Auftakt des neuen Geschäftsjahres legt der Dax-Konzern ein insgesamt gemischtes Zahlenwerk vor. Firmenchef Peter Löscher blickt aber trotzdem kritisch nach vorne.

Siemens-Chef Peter Löscher

Siemens-Chef Peter Löscher setzt auf konsequentes Sparen

Kurz vor der heutigen Hauptversammlung legt Siemens für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Oktober bis Dezember) ein Zahlenwerk vor, das größtenteils im Rahmen der Erwartungen liegt.

Der Umsatz stieg dabei gegenüber Vorjahr um zwei Prozent auf 18,1 Milliarden Euro, vor allem dank hoher Bestellungen aus den Schwellenländern. Beim Auftragseingang lag der Konzern mit 19,1 Milliarden Euro hingegen drei Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres und auch unter den Schätzungen der Analysten.

Unter dem Strich stand ein Rückgang von zwölf Prozent auf 1,21 Milliarden Euro, womit die Markterwartungen ziemlich genau getroffen wurden. Positiv fiel die Book-to-bill-Ratio auf, die mit 1,06 erstmals nach drei Quartalen wieder über 1 lag.

Risiken in der Weltwirtschaft

Es hätte also schlimmer kommen können für Siemens, angesichts einer schwierigen weltwirtschaftlichen Lage. In dieses Horn stieß auch Firmenchef Peter Löscher, der gleichzeitig warnte: "In einem unsicheren konjunkturellen Umfeld sind wir solide in das Geschäftsjahr 2013 gestartet. Auch für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir von der Weltwirtschaft keinen Rückenwind, um unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen."

Zu diesen Zielen, auf die Löscher ein besonderes Augenmerk richtet, gehört insbesondere ein rigoroses Sparprogramm. "Siemens 2014", so der Name des Programms, soll dem Konzern Einsparungen von sechs Milliarden Euro jährlich bringen.

Sonderbelastungen und Lichtblicke

Das Ergebnis wird, wie schon des Öfteren, von Sonderbelastungen überschattet. So kostete den Konzern die verspätetet Auslieferung von ICE-Zügen 116 Millionen Euro, zudem mussten in der Solarsparte 150 Millionen Euro abgeschrieben werden.

Unter den einzelnen Sparten fiel auf, dass der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Network (NSN), zuletzt ein Sorgenkind im Konzernverbund, schwarze Zahlen ablieferte. NSN verdiente 50 Millionen Euro. Auch die Leuchtensparte Osram, die abgespalten werden soll, berichtete über ein Plus von 80 Millionen Euro.

In der Energiesparte, dem größten Bereich, stieg der Umsatz um drei Prozent auf 6,3 Milliarden Euro, ebenso wie im Gesundheitsbereich, wo 3,3 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Im Infrastrukturbereich fielen die Erlöse hingegen um sieben Prozent auf 4,4 Milliarden Euro.

Ausblick bestätigt

Während es kein konkretes Umsatzziel gibt, bestätigte Siemens die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft soll 2013 zwischen 4,5 und fünf Milliarden Euro liegen, inklusive erwarteter Kosten für das Restrukturierungsprogramm von einer Milliarde Euro. Die Bestellungen sollen zischen drei und fünf Prozent klettern. Gleichzeitig berichtete das Management über ein beachtliches Interesse möglicher Käufer am Wassergeschäft und dem Paket-Sortiergeschäft.

Aktie kräftig auf dem Vormarsch

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Aktionäre konnten sich zuletzt über einen deutlich gestiegenen Aktienkurs freuen. Das Papier befindet sich seit Juni im Aufwärtstrend und notiert aktuell in der Nähe seines Zwölf-Monats-Hochs bei 83,93 Euro. Im Sommer stand die Aktie noch bei gut 63 Euro.

Größere Kurssprünge gibt es bei der Aktie heute nicht. Am Nachmittag tendiert die Aktie in einem leicht positiven Gesamtmarkt rund 0,4 Prozent schwächer.