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Konzernumbau läuft

Siemens-Chef vertröstet Anleger auf 2014

Vorstandschef Peter Löscher sieht erst in absehbarer Zeit wieder ein moderates Wachstum, krempelt den Technologiekonzern kräftig um, kauft einen britischen Signal- und Leittechnik-Hersteller für den Schienenverkehr. Die Aktie tendiert leicht nach oben.

Lachender Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG (Quelle: dpa / picture alliance)

Siemens-Chef Löscher baut um

Seit drei Monaten pendelt der Dax-Titel in einer Spanne zwischen 76 und 80 Euro. Begeisterung sieht anders aus. Auch die jüngsten Entscheidungen zur Milliardenübernahme des Eisenbahngeschäfts der britischen Invensys, die Abspaltung der Beleuchtungstochter Osram und der verhaltene Geschäftsausblick haben die Anleger nicht restlos überzeugen können. Es sei für die Stimmung positiv, dass Siemens mit der Fokussierung auf das Kerngeschäft vorankomme, der Invensys-Kauf werde aber am Markt als teuer erachtet, sagte ein Händler. Die Aktie legt etwas zu.

Milliardenübernahme in Großbritannien

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Siemens-Chef Peter Löscher gab gestern die Milliardenübernahme des Eisenbahngeschäfts der britischen Invensys bekannt. Das Unternehmen mit 3.200 Beschäftigten und einem Umsatz von umgerechnet knapp unter einer Milliarde Euro ist auf softwarebasierte Signal- und Leittechnik für den Schienenverkehr spezialisiert. Dem Deal mit einem Übernahmevolumen von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro müssen noch die Invensys-Aktionäre und die Behörden zustimmen. Zugleich sucht Siemens einen Käufer für das Geschäft mit Systemen zur Gepäckabfertigung, Brief- und Paketsortierung. Das ist Teil des angekündigten milliardenschweren Sparprogramms.

Abschied von Osram

Die Trennung von der Leuchtstofftochter Osram ist beschlossene Sache. Die Siemens-Aktionäre sollen 80,5 Prozent der Osram-Anteile bekommen. Je zehn Siemens-Aktien sollen die Aktionäre einen Osram-Anteilsschein als Dreingabe erhalten. Die Abspaltungspläne müssen auf der Hauptversammlung am 23. Januar noch eine Mehrheit bekommen. Für die Münchner ist der so genannte Spin-off nach den gescheiterten Börsenplänen ein Ausweg, um die ungeliebte Leuchtmitteltochter loszuwerden.

Warten auf bessere Zeiten

Siemens-Chef Löscher vertröstet die Investoren auf das nächste Geschäftsjahr. "Auf der Grundlage der Marktentwicklung für unsere Geschäfte erwarten wir, dass der Umsatz im Fiskaljahr 2013/14 zu moderatem Wachstum zurückkehrt", heißt es in einem Bericht an die US-Börsenaufsicht. "Wir rechnen damit, dass sich das Ergebnis aus fortgeführtem Geschäft sehr viel besser entwickelt als im laufenden Geschäftsjahr."

Wo bleibt das grüne Image?

Nach den zahlreichen anstehenden Teilverkäufen tun sich die Münchner allerdings immer schwerer, sich als "grüner Infrastrukturriese" zu verkaufen. "Wegen der geplanten Trennung von der Solarsparte, dem Wassergeschäft und Osram wird es sehr viel schwerer das Ziel zu erreichen, mehr als 40 Milliarden Euro Umsatz im Umweltportfolio zu machen", räumte der Konzern ein.

Vorstand verdient weiter kräftig

Der Gewinnknick im abgelaufenen Geschäftsjahr schlägt sich auch auf Löschers Konto nieder. Seine Gesamtvergütung schrumpfte um knapp eine Million auf 7,87 Millionen Euro, wie aus dem Bericht hervorgeht. Finanzchef Joe Kaeser strich indes mit knapp 4,4 Millionen Euro knapp eine halbe Million mehr ein. Insgesamt ließ sich Siemens seinen Vorstand mit 39,6 Millionen Euro praktisch genauso viel kosten wie im Vorjahr.

Stand: 29.11.2012, 08:25 Uhr

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