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Neues Sparprogramm

Siemens geht auf den Trimm-Dich-Pfad

Vor ein paar Tagen hat Siemens mit viel Pomp sein 35 Millionen Euro teures Kundencenter "Crystal" in London eröffnet. Nun ist der Konzern wieder auf dem rauen Boden der Weltkonjunktur zurück - und muss sparen. Vor allem im Windgeschäft.

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Peter Löscher (Quelle: pa/dpa)

Siemens-Chef Peter Löscher stimmt seine Beschäftigten auf ein neues Sparprogramm mit dem Abbau zahlreicher Jobs ein. Anfang November sollen die Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt werden, sagte er der "Wirtschaftswoche". "Wir erarbeiten zurzeit ein Effizienzprogramm, mit dem wir unsere Strategie und unsere finanziellen Zielsetzungen unterlegen werden und unser 2011 erreichtes Anspruchsniveau dauerhaft sichern wollen." Die Gespräche darüber seien noch nicht abgeschlossen.

Wie viele Jobs gestrichen werden sollen, ließ Löscher offen. Zuletzt war in der Presse über den Abbau von bis zu 10.000 Stellen spekuliert worden.

Einsparungen in der US-Windkraftsparte

Den Rotstift ansetzen will Siemens besonders in der Windkraftsparte in den USA. In der  Nacht zum Mittwoch gaben die Münchner bereits bekannt, dass sie dort 615 Jobs streichen wollen.

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Weitere Einschnitte soll es auch in der neu geschaffenen Infrastruktur-Sparte geben. Der Bereich beschäftigt rund 87.000 Mitarbeiter. Die Sparte liefert fast alles, was zur städtischen Infrastruktur nötig ist: Züge, Gebäudetechnik, Verkehrsleitsysteme und Ausrüstung für Flughäfen. Doch das Geschäft läuft schleppend. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 sank der Auftragseingang der Sparte um ein Viertel.

Löscher rechnet bald mit einer Trendwende. Es sei normal, dass es in der momentanen Phase der Weltwirtschaft zur Verschiebung von Großaufträgen im Infrastruktur-Geschäft komme. Das ändere aber nichts "am dauerhaften Trend zur Urbanisierung und dem großen Bedarf an Lösungen für Städte", sagte er der "Wirtschaftswoche".

Schwellenländer sind der Hoffnungsträger

Chancen sieht der Vorstandschef künftig vor allem in den Emerging Markets. "Unser Geschäft in den Schwellenländern wird weiterhin kräftiger wachsen als in den entwickelten Märkten", prophezeite er. Derzeit erzielt Siemens bereits ein Drittel seines Umsatzes in den Emerging Markets.

Die Siemens-Aktie hat sich seit dem Sommer wieder kräftig erholt vom Kurseinbruch im Frühjahr. Auf Jahressicht liegt der Dax-Titel inzwischen leicht im Plus.

Osram-Aktien zur Dividende

Unklarheiten hatte es zuletzt über den geplanten Börsengang der Leuchtentochter Osram gegebeben. Der Firmenchef hatte erklärt, dass man Osram an die Börse bringen werde, indem man den Aktionären Osram-Anteile überträgt.

Dies war so verstanden worden, dass die Siemens-Dividende in Form von Osram-Aktien gezahlt werde. Ein Siemens-Sprecher stellte gegenüber dem Magazin "Focus" aber mittlerweile klar, dass die Einbuchung zusätzlich zur Dividende erfolgt. Die Anteilseigner müssen dem Plan zum Börsengang auf der Hauptversammlung im Januar 2013 noch zustimmen.

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