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Kapitalerhöhung geplant

Sharp versucht Befreiungsschlag

Der japanische Elektronik-Konzern kämpft weiter um sein Überleben. Nach Medienberichten plant Sharp nun eine happige Kapitalerhöhung - auch um seinen Gläubigerbanken entgegen zu kommen.

Eine Vereinbarung, die die Geldhäuser Ende September mit Sharp geschlossen hatten, sieht vor, dass der Konzern alsbald seine Kapitalbasis stärken muss. Kredite von insgesamt umgerechnet 3,6 Milliarden Euro sind an diese Abmachung gekoppelt.

Nun scheint Sharp die Vereinbarung umsetzen zu wollen, wie Reuters am Dienstag unter Berufung auf die japanische Zeitung "Yomiuri" berichtet. Mehr als 100 Milliarden Yen (derzeit 873 Millionen) Euro soll das Volumen der Kapitalerhöhung betragen. Das wäre mehr als ein Viertel des derzeitigen Börsenwertes des Unternehmens, der bei derzeit umgerechnet 2,9 Milliarden Euro liegt.

Preisverfall und Konkurrenz

Sharp hatte ähnlich wie die einheimischen Konkurrenten Sony und Panasonic heftig mit mehreren Entwicklungen zu kämpfen, die den Elektronik-Herstellern weiter zusetzt. Einerseits belastet der dramatische Preisverfall bei LCD-Displays die gesamte Branche. Die massenhaft hergestellten Bildschirme finden in vielen Geräten Verwendung, von Smartphones über Tablett-PC oder Navigationssysteme bis hin zu den großen Flatscreens der High-Tech-Fernseher.

Auch die harte Konkurrenz durch koreanische Hersteller wie Samsung oder LG hat Sharp in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Nicht zuletzt hatte der starke Yen gegenüber dem US-Dollar und dem Euro die japanischen High-Tech-Exporteure belastet und bei Sharp zu gewaltigen Verlusten geführt. Diese Entwicklung wurde in den vergangenen Wochen allerdings durch eine starke Schwächung des Yen ins Gegenteil verkehrt. Derzeit ist der Yen gegenüber den beiden anderen Weltleitwährungen auf einer Talfahrt.

Loewe in den gleichen Nöten

Hoffnung bleibt also auch in dieser Hinsicht für Sharp, das sich auch durch eine Kooperation mit dem US-Mobilfunkchip-Hersteller Qualcomm verstärkt hat. Die Amerikaner, die bis zu 120 Millionen Dollar in Sharp investieren wollen, sind stark auf dem schnell wachsenden Markt für Smartphones und Tablet-PC präsent.

Die Aktie von Sharp hatte sich nach einem drastischen Kursverfall im Jahr 2012 erst bei Kursen um 1,50 Euro im Frankfurter Handel stabilisiert. Derzeit kostet der Titel wieder 2,50 Euro. Das Unternehmen ist auch an dem deutschen TV-Hersteller Loewe beteiligt und ist mit knapp 29 Prozent dessen größter Einzelaktionär. Auch Loewe ist wegen der schwierigen Gesamtlage im TV-Markt weiter in den Verlusten und hat zuletzt einen deutlichen Stellenabbau verkündet.

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