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Software

Zwei SAP-Schriftzüge bei Nacht

Starkes Cloud-Geschäft

SAP ist auf Wachstum geeicht

Stand: 24.01.2017, 10:40 Uhr

Die Walldorfer Softwareschmiede SAP aus dem Dax hat ein herausragendes Jahr 2016 hinter sich. Mittelfristig setzt der Konzern sogar noch etwas drauf. Vor allem das Geschäft mit der Cloud wächst kräftig.

Vor allem dank der hohen Nachfrage der Kunden nach Cloud-Diensten hat SAP den mittelfristigen Ausblick für Umsatz und operatives Ergebnis angehoben. Bis 2020 will der Walldorfer Software-Riese den Umsatz auf 28 bis 29 Milliarden Euro erhöhen nach einer Zielmarke von 26 bis 28 Milliarden Euro bisher. Das operative Ergebnis soll zukünftig zwischen 8,5 und 9,0 Milliarden Euro liegen, zuvor lag die untere Grenze bei 8,0 Milliarden Euro. Auch im laufenden Jahr soll es moderat bergauf gehen.

Bereit für mehr

Bill McDermott

Bill McDermott. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Im Schlussquartal schnitt der Konzern im Rahmen der Analystenerwartungen ab. Das operative Ergebnis erhöhte sich um zwei Prozent auf 2,37 Milliarden Euro, im Gesamtjahr verdiente der Konzern 6,63 Milliarden Euro, ein Zuwachs von vier Prozent. Der Umsatz legt um sieben Prozent auf 22,07 Milliarden Euro zu. Der Nettogewinn stieg um drei Prozent auf 4,65 Milliarden Euro.

"Wir hatten ein herausragendes Jahr 2016 und beginnen 2017 mit einem enormen Momentum", erklärte Vorstandschef Bill McDermott. "Wir sind aufgepumpt und bereit loszulegen", ergänzte er weiter.

Vor allem das Cloud-Geschäft, also das Geschäft gemieteter Software, boomt. Die Erlöse stiegen mit einer Wachstumsrate von 30 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Der Erlös mit Softwarelizenzen stieg hingegen nur um ein Prozent auf 4,86 Milliarden Euro. Zwar ist das Lizenzgeschäft damit absolut betrachtet immer noch größer, ab dem kommenden Jahr werde der Cloud-Umsatz den mit Lizenzen überholen, bekräftigte Finanzvorstand Luka Mucic.

In der Wolke

Bei Cloud-Produkten laufen Softwareprogramme nicht auf dem eigenen PC oder Laptop, sondern werden übers Internet abgerufen. Bezahlt wird meist über eine regelmäßige Abo-Gebühr, weshalb man auch von Mietsoftware spricht.

Die Cloud ist der Schlüssel

Damit ist klar, wohin in der Branche die Reise geht. Die Kunden stiegen zunehmend auf gemietete Software um, die sie über das Internet beziehen, statt hohe Lizenzgebühren zu bezahlen. Allerdings muss SAP dazu weiter stark in das Cloud-Geschäft investieren, was die unmittelbare Rendite zunächst schmälert. Die operative Marge lag denn auch mit 30,0 Prozent leicht unter der des Vorjahres von 30,5 Prozent. SAP gehört als einziges deutsches Unternehmen in die erste Liga der Branche, mit Größen wie dem Erzrivalen Oracle oder Microsoft, allesamt aus den USA.

Die wertvollste Dax-Aktie

An der Börse kommt ein Wachstumstempo wie das bei SAP natürlich gut an. Mit derzeit 101,8 Milliarden Euro ist der Konzern derzeit der teuerste Dax-Wert. Seit dem Sommer hat das Papier zudem einen Wachstumsschub bekommen und ist in neue Höhen vorgestoßen. Erst vor kurzem wurde bei 84,34 Euro ein neues Rekordhoch markiert. Da das Zahlenwerk keine wirklichen Überaschungen enthielt, gibt die Aktie am Vormittag rund 0,4 Prozent nach.

rm

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