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Technologie

Passant vor Werbeschilder für das Samsung Galaxy Note7

Beteiligungen unter dem Hammer

Samsung verkauft Tafelsilber

Stand: 19.09.2016, 08:34 Uhr

Die Krise, die das neue Spitzen-Smartphone von Samsung ausgelöst hat, sorgt im Konzern offenbar für Verkaufspanik. Gleich mehrere Beteiligungen hat das südkoreanische Unternehmen zu Geld gemacht.

Noch ist nicht klar, was die Rückruf-Aktion für das neue Samsung Galaxy Note 7 den Konzern kosten wird. Wegen Brandgefahr hat Samsung selbst vor einem Benutzen des Geräts gewarnt und eine weltweite Austausch-Aktion angekündigt. Offenbar rechnet man in Seoul mit einem hohen Milliarden-Betrag an Belastungen, vielleicht ist das Management inzwischen auch in leichte Panik ob des beispiellosen Geräte-Flops verfallen.

Rambus, ASML, Seagate, Sharp

Jedenfalls gab Samsung am Sonntag via Bloomberg bekannt, dass man gleich mehrere Anteile an Technologie-Unternehmen veräußert hat. Insgesamt hätten die Verkäufe knapp eine Milliarde Dollar eingespielt. So kam ein 4,5-Prozent-Anteil am Speicherspezialisten Rambus unter den Hammer. Dazu wurden 0,7 Prozent am japanischen Elektronik-Spezialisten Sharp verkauft.

Dazu kommt ein Anteil von 4,2 Prozent am Festplatten-Hersteller Seagate und weiterhin eine Beteiligung am Chip-Spezialisten ASML, hier hatte Samsung zuletzt noch 2,9 Prozent der Anteile besessen, die alleine umgerechnet 606 Millionen Euro wert waren.

Direkte Kosten im Milliardenbereich...

Die Spekulationen über die Kosten der gesamten Rückrufaktion sind derzeit noch nicht genau abzuschätzen, Experten gehen von Belastungen von mindestens einer Milliarde Dollar aus. Laut Medienberichten müssen weltweit rund 2,5 Millionen Geräte ausgetauscht werden.

Die Samsung-Aktie hatte nach Bekanntwerden der Probleme mit dem Galaxy Note 7 allerdings einen Börsenwert von fast elf Milliarden Dollar verloren, sie stürzte allein am 12. September um sieben Prozent ab. Seither hat sich der Titel auch nicht mehr recht erholt. Im Frankfurter Handel notiert die Aktie weiterhin bei etwa 600 Euro, das Jahreshoch im August lag bei 666,50 Euro.

... Imageschaden in unbekannter Höhe

Anleger und Analysten halten den Imageschaden wohl zu Recht für deutlich gefährlicher als die Kosten der Rückrufaktion. Samsung hat einerseits im Kampf um Weltmarktanteile mit dem Dauerrivalen Apple zu kämpfen. Andererseits rücken den Südkoreanern aber gleich mehrere chinesische Hersteller auf die Pelle. Dazu gehören vor allem der Telekom-Konzern Huawei, der ehemalige PC-Hersteller Lenovo und der Newcomer in der Smartphone-Branche Xiaomi.

AB

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