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Werden bald weniger Smartphones verkauft?

Samsung überflügelt Apple beim Absatz

Der Elektronikriese Samsung hat im Schlussquartal 2012 mehr Smartphones verkauft als Apple iPhones. Der Gewinn explodiert. Trotzdem treten die Koreaner auf die Investitionsbremse.

Die Investitionen sollen im laufenden Jahr erstmals seit der Finanzkrise nicht erhöht werden, teilte das Management mit. Stattdessen plane man mit einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Jahr. Damals hatte der Konzern umgerechnet 17,5 Milliarden Euro in die Hand genommen.

Dabei konnte Samsung dank des boomenden Geschäfts mit Smartphones seinen Gewinn im Schlussquartal 2012 um mehr als drei Viertel steigern. Die Überschüsse kletterten binnen Jahresfrist um 76 Prozent auf umgerechnet 4,9 Milliarden Euro. Auf das Gesamtjahr gesehen lag der Gewinn bei 16,7 Milliarden Euro.

Bei Samsung purzeln die Rekorde

Betrachtet man allein das laufende Geschäft, legte Samsung um sagenhafte 90 Prozent zu. Das Betriebsergebnis betrug damit umgerechnet 6,2 Milliarden Euro. Ein neuer Spitzenwert, mit dem der IT-Gigant die Markterwartungen erfüllte.

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Ebenfalls rekordverdächtig dürften die Absatzzahlen von Samsung sein: Das Marktforschungsunternehmen Strategy Analyst schätzt, dass die Koreaner im abgelaufenen Vierteljahr 63 Millionen Smartphones verkauft haben. Das wäre ein Marktanteil von 29 Prozent. Damit dürfte Samsung den Konkurrenten Apple überflügelt haben. Der verkaufte im vergangenen Quartal 47,8 Millionen iPhones und kam damit nur auf einen Marktanteil von 22 Prozent.

Rivale Apple dürfte weniger bei Samsung bestellen

Entsprechend konnte der südkoreanische Konzern auch beim Umsatz kräftig zulegen, um 19 Prozent. Insgesamt kam man damit auf 39,45 Milliarden Euro. Das führte Samsung auf den Erfolg der Smartphone-Modelle Galaxy S3 und Galaxy Note 2, aber auch auf den Erfolg seiner Computerchips zurück.

Die werden aber demnächst nach Angaben des Technologie-Unternehmens weniger gefragt sein, wenn sich das Wachstum im Smartphone-Markt generell verlangsamt. Delikat daran: Es zeichnet sich ab, dass ausgerechnet auch Rivale Apple bei Samsung weniger Mikroprozessoren für seine iPhones und iPads einkaufen dürfte.

Schrumpfende Margen für 2013 erwartet

Deshalb fällt der Ausblick des IT-Giganten nicht gerade rosig aus: Im laufenden Quartal dürfte die Nachfrage nach Smartphones in den Industrieländern nachlassen. Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz rechnet Samsung 2013 mit schrumpfenden Margen.

Die Prognose setzte der Samsung-Aktie zu: Sie verlor an der Börse in Seoul 2,5 Prozent. "Insgesamt bleibt die Ergebnisentwicklung intakt", sagte Analyst Lee Se Chul von Meritz Securities in Seoul. "Die Smartphone-Auslieferungen werden selbst im traditionell schwachen ersten Quartal zulegen, weil Samsung ein breiteres Produktangebot hat und Apple Probleme damit zu haben scheint, die iPhone-Absätze aggressiv voranzutreiben."

Stand: 25.01.2013, 09:19 Uhr

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