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Luftfahrt

Maschinen von Ryanair auf dem Rollfeld des Flughafens in Dublin, Irland

Schon wieder Prognose angehoben

Ryanair gibt sich plötzlich bärisch

Stand: 02.02.2015, 13:35 Uhr

Das billige Öl macht's möglich: Der irische Billigflieger Ryanair hebt zum wiederholten Mal seine Gewinnprognose an. Doch es gibt auch eine Warnung - und die hat es in sich.

Dabei erweist sich ausgerechnet der stark gefallene Ölpreis als Problem die Billigfluglinie. Die Iren haben nämlich 90 Prozent ihrer Kerosinvorräte für das Geschäftsjahr bis März 2016 beim Stand von 92 Dollar je Fass gekauft. Das war zu voreilig: Denn der derzeitige Ölpreis liegt um fast die Hälfte darunter.

Deshalb dämpften die Iren ihre Erwartungen an das im April beginnende neue Geschäftsjahr. Hier drohe Ryanair schärfere Konkurrenz, weil die Branche angesichts niedriger Ölpreise mit noch günstigeren Tickets um die Gunst der Kunden buhlen könne.

Fünfte Prognoseanhebung in Folge

Ryanair: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
12,41
Differenz absolut
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-1,47%

Der enttäuschende Ausblick schmälerte den Glanz der jüngsten Quartalszahlen sowie der fünften Anhebung der Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr in Folge. In den zwölf Monaten bis Ende März werden nun 840 bis 850 Millionen Euro angepeilt, statt bisher 810 bis 830 Millionen. Im abgelaufenen Quartal flog Ryanair dank wachsender Passagierzahlen und niedrigerer Kosten 49 Millionen Euro Gewinn ein. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von 35 Millionen Euro zu Buche gestanden.

Aktie schmiert ab

Der Umsatz wuchs im Berichtszeitraum um 17 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. An den Aktienmärkten setzte die Enttäuschung über den Ausblick auf 2016 ordentlich zu. Die Papiere von Ryanair verlieren mehr als fünf Prozent, notieren aber immer noch gut 50 Prozent über dem Tief von Oktober letzten Jahres.

Auch bei der Konkurrenz löste der Billigflieger Gewinnmitnahmen aus. So verloren Ryanair-Papiere 4,7 Prozent, EasyJet-Anteilsscheine gaben 4,9 Prozent nach. Lufthansa, Air France-KLM sowie die British-Airways- und Iberia-Muttergesellschaft IAG mussten Abschläge von je rund drei Prozent hinnehmen.

lg

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