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Energie

 Peter Terium, Vorstandsvorsitzender von RWE

Weiter viele Probleme

RWE kann sich nicht befreien

Stand: 13.11.2014, 09:05 Uhr

Wer wenigstens auf einen kleinen Lichtblick im Zahlenwerk des Essener Energieversorgers aus dem Dax gesetzt hat, ist enttäuscht worden. Selbst Firmenchef Peter Terium kann dem laufenden Geschäftsjahr keine Überraschungen abgewinnen.

Dies jedenfalls schreibt er im Aktionärsbrief anlässlich der Veröffentlichung der Neun-Monats-Zahlen. Der Rückgang des betrieblichen Konzernergebnisses um fast 31 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro sei zu erwarten gewesen, so der Firmenchef weiter.

Das Ebitda lag im Jahresvergleich 22 Prozent tiefer bei 4,7 Milliarden Euro und damit im Rahmen der durchschnittlichen Analystenschätzungen. Das für die Dividendenentwicklung nachhaltige Nettoergebnis brach jedoch um 60 Prozent ein auf 763 Millionen Euro.

RWE leidet weiter darunter, dass die erneuerbaren Energien die Großhandelspreise für Strom und Gas unter Druck setzen. Auch negative Witterungseinflüsse wegen eines milden Winters kommen hinzu. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die hohen prozentualen Verluste einem großen Basiseffekt geschuldet sind. Denn im Vorjahr hat das Unternehmen von der russischen Gazprom eine einmalige Kompensationszahlung von einer Milliarde Euro erhalten.

Prognose bestätigt

Trotz des heftigen Gegenwindes bestätigte Terium aber die Prognose für das laufende Jahr. Angestrebt wird weiterhin ein Nettoergebnis zwischen 1,2 und 1,4 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis wird in einem Korridor zwischen 3,9 und 4,3 Milliarden Euro erwartet.

Dea-Geschäft steht in Frage

Ein bereits als erledigt eingestufter Vorgang kommt aber erneut auf die Agenda. Der Verkauf der Tochter Dea steht nach Widerständen aus Großbritannien auf der Kippe. Terium strebt zwar weiter an, die Gespräche zügig abzuschließen, stellt aber einen Abschluss in diesem Jahr in Frage.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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RWE will das Unternehmen, das auf der Insel vielfältige Geschäftsinteressen hat, für rund fünf Milliarden Euro an ein russisches Konsortium unter der Führung des Oligarchen Michail Fridman verkaufen. Doch die britische Regierung blockiert wegen der politischen Sanktionen gegen Russland das Geschäft.

Mit den Erlösen soll die bei knapp 31 Milliarden Euro liegende hohe Schuldenlast gedrückt werden. Diese wird in Anbetracht wegbrechender Gewinne mehr und mehr zum Problem. Sollte das Geschäft platzen, wäre dies ein schwerer Schlag für RWE.

Aktie gibt nach

Das Zahlenwerk sorgt an der Börse für Ernüchterung. In einem insgesamt freundlichen Marktumfeld gehört das RWE-Papier zu den Verlierern im Dax. Die Aktie hat im laufenden Jahr keinen klaren Trend ausgebildet und pendelt im Zick-Zack zwischen 26 und gut 31 Euro. Im Jahrestief war das Papier im Oktober sogar schon bis auf 25 Euro gerutscht, hat sich davon aber mit dem Gesamtmarkt wieder erholt.

rm

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