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Russland

Wladimir Jewtuschenkow

Zweiter Yukos-Fall?

Russland stellt Sistema-Chef unter Hausarrest

Der russische Großunternehmer Wladimir Jewtuschenkow, der den Mischkonzern Sistema führt, steht wegen des Verdachts auf Geldwäsche unter Hausarrest. Da werden an der Börse Erinnerungern an einen füheren Fall wach - und auch das Dax-Mitglied Fresenius leidet.

Die Ermittlungsbehörde in Moskau wirft dem Oligarchen Jewtuschenkow vor, beim Kauf des Ölkonzerns Baschneft in der Teilrepublik Baschkortostan vor fünf Jahren im großen Stil Geld unterschlagen zu haben. Allerdings gibt es kritische Stimmen, die davon ausgehen, dass Russlands staatlich kontrollierter Ölriese Rosneft, dessen Chef Igor Setschin als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin gilt, Interesse an Bashneft habe.

Sistema wies die Anschuldigungen gegen Jewtuschenkow als substanzlos zurück. Entrüstet zeigte sich der russische Unternehmerverband RSPP, der zwei Drittel der russischen Firmen vertritt. Die Vorwürfe seien politisch motiviert, sagte Verbandspräsident Alexander Schochin der Nachrichtenagentur RIA zufolge. Er verglich die Angelegenheit mit dem Fall des Regierungskritikers Michail Chodorkowski, der jahrelang inhaftiert war und dessen Festnahme das Vertrauen internationaler Anleger in Russland untergraben hatte."Das sieht zweifellos sehr nach einem 'Yukos 2.0' aus", sagte Schochin. "Denn die Vorwürfe beziehen sich auf den Chef eines Unternehmens, das 2,5 Milliarden Dollar für Firmenteile bezahlte und nun des Aktiendiebstahls und der Geldwäsche beschuldigt wird."

Auch Chodorkowski selbst meldete sich zu Wort und verglich den Fall in russischen Medien ebenfalls mit dem Schicksal seines zerschlagenen Ölkonzerns Yukos, der 2007 großteils vom Staatsunternehmen Rosneft übernommen worden war. Rosneft würde gerne auch Baschneft übernehmen, sagte Chodorkowski. Der Ölkonzern gilt als attraktiv, weil er dank moderner Technologie besonders hohe Produktionssteigerungen erzielt.

Ein Sprecher von Rosneft sagte dazu, der Konzern brauche Baschneft nicht, um seine Bilanz zu schönen. Ein Kremlsprecher kritisierte Vergleiche zwischen Jewtuschenkows Fall und dem Yukos-Schicksal als "haltlos und unangemessen".

Sistema: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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An der Börse kam jedenfalls Panik unter Sistema-Investoren auf, die nun eine Zerschlagung des Konzerns befürchten Sistema-Aktien rutschten zeitweise knapp 40 Prozent abwärts, womit fast drei Milliarden Euro an Börsenwert verloren gingen. Bashneft-Papiere gaben 25 Prozent nach.

Die Experten der Investmentbank Sberbank CIB sprachen von einer "dramatischen Wende der Ereignisse". Analyst Timothy Ash von der Standard Bank in London sagte: "All dies kommt ganz klar zu einer besonders unpassenden Zeit für die russischen Märkte." Den Anlegern machten bereits die Ukraine-Krise, die westlichen Sanktionen und die schwache Konjunktur erhebliche Sorgen.

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Sache hat auch für ein deutsches Unternehmen hohe Brisanz. Der Gesundheitskonzern Fresenius plant ein Gemeinschaftsunternehmen mit einer Sistema-Pharmatochter. Daran will Fresenius trotz der Turbulenzen festhalten, wie ein Konzernsprecher sagte. Die Fresenius-Aktie geriet dennoch in Mitleidenschaft, sie war mit einem Kursminus von zeitweise 1,4 Prozent das Schlusslicht im Dax.

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Stand: 17.09.2014, 15:54 Uhr

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