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Autobauer

Schlechte Stimmung bei Ford

Verlustjahr in Europa

Russland bremst Ford aus

Stand: 24.10.2014, 16:06 Uhr

Für die amerikanischen Autoriesen ist Europa derzeit ein Minusgeschäft. Nach General Motors musste auch Ford im dritten Quartal einen dreistelligen Millionen-Verlust bekannt gegeben. Besonders Russland macht den Amis Sorgen.

Das Schwellenland, das einst als riesiger Absatzmarkt von den Autoherstellern gepriesen wurde, wird zunehmend zur größten Problemzone für die weltweite Autokonjunktur. Im dritten Quartal brach der Absatz von Ford in Russland ein. Vor allem dadurch und durch den starken Dollar weitete sich im Europageschäft der Verlust vor Steuern auf 439 Millionen Dollar aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Im zweiten Quartal hatte der US-Autobauer noch einen Mini-Gewinn geschafft.

Nun ist klar: Das war ein Ausreißer. Für das Gesamtjahr rechnet Ford mit einem Fehlbetrag von rund 1,2 Milliarden Dollar auf dem Alten Kontinent. Anfang Oktober hatte Ford bereits vor einem Milliardenverlust in Europa gewarnt – und die Autoaktien auf Talfahrt geschickt.

Schwarze Zahlen in Europa 2015?

Ob Ford nächstes Jahr in Europa die Wende schafft und dort wieder schwarze Zahlen schreibt, ist ungewiss. Der Konzern rechnet für 2015 mit einem Verlust von 250 Millionen Euro in Europa, hofft dies aber noch wettmachen zu können.

Im dritten Quartal stürzte der weltweite Gewinn um gut ein Drittel auf 835 Millionen Dollar ab. Als zusätzliche Belastung erwiesen sich hohe Kosten für die Markteinführung des F-150 Pickups. Der Umsatz schrumpfte um drei Prozent auf 34,9 Milliarden Dollar.

Jahresziel bestätigt

Für das Gesamtjahr bestätigte Ford die vor drei Wochen gesenkten Ziele. Das Vorsteuerergebnis soll bei rund sechs Milliarden Dollar liegen - 2,5 Milliarden Dollar weniger als ursprünglich angepeilt.

Die Ford-Aktie fällt am Freitag zur Handelseröffnung in New York um rund vier Prozent. Der Autotitel hat seit Jahresbeginn rund zehn Prozent an Wert verloren.

nb

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