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Internet

Rocket Internet aufwärts

Rückkauf einmal anders

Rocket möchte eine Rakete sein

Stand: 15.02.2016, 10:43 Uhr

Die Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet leidet seit geraumer Zeit unter dem fallenden Kurs der eigenen Aktie. Nun hat das Unternehmen ein Gegenmittel gefunden. Mal sehen, wie lange es wirkt.

Das Berliner Unternehmen kündigte am Montagmorgen an, bis zu 150 Millionen Euro in die eigene börsennotierte Wandelanleihe (ISIN DE000A161KH4) zu stecken, diese also zum Teil zurückzukaufen. Das Papier notiert derzeit nur bei rund 70 Prozent vom Nennwert. Ein Euro Schulden wird von der Börse damit nur mit 70 Cent bewertet. Sollte der Kurs der Wandelanleihe auf diesem Niveau bleiben, könnte Rocket also theoretisch seine Schuldenlast um 150 Millionen Euro drücken und dafür nur rund 105 Millionen Euro bezahlen. Der gesparte Betrag läge bei 45 Millionen Euro.

Die Papiere haben eine Laufzeit von sieben Jahren. Die Nominalverzinsung liegt bei 3,00 Prozent. Im Sommer 2015 hatte der Konzern durch die Ausgabe der 2022 fälligen Bonds 550 Millionen Euro eingesammelt. Der Wandlungspreis liegt bei 47,54 Euro. Ab diesem Kurs würde es sich lohnen die Wandelanleihen in Rocket-Aktien umzutauschen.

IPO-Preis in weiter ferne

Rocket Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
22,29
Differenz absolut
0,52
Differenz relativ
+2,39%

Doch davon ist die Rocket-Aktie extrem weit entfernt. Das Papier kletterte am Montag zeitweise bis auf 21,75 Euro - ein Plus von 13,6 Prozent. Doch im Laufe des Vormittags bröckelte der Kurs schon wieder kräftig ab. Beim Börsengang hatte die Rocket-Aktie noch 42,50 Euro gekostet. Auch nach dem Anstieg ist der charttechnische Abwärtstrend intakt.

Einer der Beweggründe für den Rückkauf dürfte sein, den Investoren zu zeigen, dass man über reichlich liquide Mittel verfügt. Denn praktisch alle Beteiligungen von Rocket verbrennen Barmittel, da sie sich noch in der Expansionsphase befinden.

Anfang Februar hatte sich Rocket Internet angesichts des scharfen Wettbewerbs mit seinen Essenslieferdiensten aus mehreren Märkten zurückgezogen. Firmen in Spanien und Italien sowie die Foodpanda-Töchter in Brasilien und Mexiko wurden für 125 Millionen Euro an den britischen Mitbewerber JustEat verkauft.

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Das Imperium von Rocket Internet

Von Home24 bis Zalando

Zalando-Schuhe

Zalando

Bekanntestes Produkt aus dem Hause Rocket Internet ist der Online-Modehändler Zalando. An dem halten die Samwer-Brüder über ihren Fonds noch 17 Prozent. Größter Aktionär ist die schwedische Beteiligungsfirma Kinnevik mit 36 Prozent. Zalando zieht es wie Rocket Internet an die Börse. Der Börsengang soll schon am 1. Oktober über die Bühne gehen. Gegründet wurde Zalando 2008. Vorbild dürfte hier das amerikanische Unternehmen Zappo gewesen sein. Es gibt noch etliche andere Modehändler im Rocket-Imperium, darunter Zalora, Dafiti, Jabong, Lamoda und Namshi. Die will Rocket Internet nun alle unter dem Dach der Global Fashion E-Commerce Group zusammenlegen.

ME

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