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Internet

Oliver Samwer vor Rocket Internet-Logo

Beteiligungen verkauft

Rocket Internet macht Kasse

Stand: 05.02.2016, 15:34 Uhr

Das ist die Nachricht, auf die die Rocket-Aktionäre schon lange warten: Die defizitäte Startup-Fabrik versilbert Teile ihres Portfolios. Die Aktie legt deutlich zu.

Allerdings sind die rund zehn Prozent, die die im Entry-Standard der Deutschen Börse notierte Aktie auf aktuell 21,45 Euro zulegt, nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Denn der Blick auf den Chart zeigt, dass die Rocket-Aktionäre bisher nicht zufrieden sein können mit ihrem Investment. Denn vom Ausgabepreis aus dem Oktober 2014 von 42,50 Euro, als das Unternehmen mit viel Vorschusslorbeeren an die Börse kam, ist man weit entfernt. Die Kalkulation der Anleger, die noch defizitären Startups mit Gewinn zu verkaufen oder an die Börse zu bringen, ist bisher nicht aufgegangen.

Foodpanda verkauft Portfolioteile

Da kommt die heutige Nachricht genau recht und weckt neue Hoffnung. Denn der zu Rocket Internet gehörende Essenslieferant Foodpanda hat nun bekannt gegeben, dass man sich von lokalen Anbietern in mehreren Ländern trennen will. Angesichts des scharfen Wettbewerbs würden Firmen in Spanien und Italien sowie die Foodpanda-Töchter in Brasilien und Mexiko für 125 Millionen Euro an den britischen Mitbewerber JustEat verkauft, teilte das Berliner Unternehmen am Freitag mit.

"Online-Essenslieferdienste bleiben weiterhin ein Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung von Rocket Internet mit den wichtigen Marktführern Delivery Hero und Foodpanda", betonte Rocket-Chef Oliver Samwer. Man wolle aber die Komplexität des Unternehmensnetzwerks reduzieren. Strategie sei es, Beteiligungen zu verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft gehören und die keine Marktführerschaft erlangen, erläuterte Samwer die Gedanken hinter dem Geschäft.

Alles nicht so einfach

Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Märkten ist ein Verkauf oder einen Börsenplatzierung der im Portfolio enthaltenen Startup-Unternehmen derzeit alles andere als einfach. Dies hat der jüngst verschobenen Börsengang des Kochbox-Anbieters HelloFresh deutlich gemacht.

Und was wird aus Foodpanda? Firmenchef Ralf Wenzel sagte, die Firma wolle sich auf die Kernmärkte in Asien, dem Mittleren Osten und Osteuropa konzentrieren. Just Eat, bisher vor allem stark in Großbritannien und Dänemark, arbeitet an einem internationalen Ausbau des Geschäfts. Zu Rocket gehören mehr als 30 Startups weltweit - darunter die Online-Mobelhändler Home24 und Westwing sowie der Wohnungsvermittler und Airbnb-Konkurrent Wimdu, die allesamt Verluste machen.

rm/dpa/rtr

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