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Mal eben 14 Milliarden abgeschrieben
Rio Tinto verjagt den Boss
Diesen Karriereknick hat sich Tom Albanese sicher nicht vorstellen können. Eine Überraschung ist es aber nicht, dass der Boss des Bergbaukonzerns seinen Hut nehmen muss. Falsche Entscheidungen kosten den Konzern eine Stange Geld.
Wer darf schon von sich sagen, mal so daneben gegriffen zu haben, wie Tom Albanese: Für das Jahr 2012 würden Abschreibungen in Höhe von rund 14 Milliarden US-Dollar (10,5 Milliarden Euro) vorgenommen, teilt der britisch-australische Konzern mit. Davon entfielen drei Milliarden Dollar auf das erst jüngst erworbene Kohlegeschäft in Mosambik sowie zehn bis elf Milliarden Dollar auf die Aluminiumsparte. Die Summe ist mehr als doppelt so hoch wie der Unternehmens-Gewinn des Jahres 2011.
Ein richtig mieser Deal
Die Abschreibungen stehen nach Konzernangaben im Zusammenhang mit Zukäufen, für die Albanese verantwortlich ist. Das Kohlegeschäft in dem südostafrikanischen Land hatte der Konzern erst 2011 für 4,1 Milliarden Dollar gekauft. Auch der zuständige Manager verlässt den Minenkonzern.
"Das Direktorium von Rio Tinto ist sich voll dessen bewusst, dass eine Abschreibung in dieser Größenordnung in Verbindung mit dem relativ jungen Zukauf in Mosambik inakzeptabel ist", ließ der Direktoriumsvorsitzende Jan du Plessis die Öffentlichkeit wissen.
Die Übernahme des Aluminiumherstellers Alcan datiert aus dem Jahr 2007, dem Jahr, in dem Albanese seinen Chef-Posten annahm. Rio Tinto hatte Alcan für 38 Milliarden Dollar gekauft. Nach der Fusion sackten die Preise für Aluminium ab, das Geschäft erwies sich als Fehlgriff. Bereits im vergangenen Jahr musste der Bergbaukonzern 8,9 Milliarden Dollar darauf abschreiben. Einen Käufer für die Sparte hat Rio bislang noch nicht gefunden.
Der Nachfolger steht bereit
Nachfolger von Albanese an der Spitze von Rio Tinto werde der Chef der Eisenerz-Sparte, Sam Walsh, teilt das Unternehmen ferner mit. Albanese erhält keine Abfindung und muss auf Bonuszahlungen für die vergangenen Jahre verzichten.
Nach zunächst deutlich größeren Kursverlusten näherte sich die Rio-Tinto-Aktie langsam wieder dem Vortagesniveau. Aktuell notiert sie in einem freundlichen Londoner Umfeld rund ein halbes Prozent leichter. "Für mich sind die Neuigkeiten eindeutig negativ, aber sie sind nicht das Ende der Welt", sagte ein Analyst. Die Investoren scheinen das genauso zu sehen.
Stand: 17.01.2013, 15:37 Uhr