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Automobile

Renault Talisman

Sparen trägt Früchte

Renault mit dicken Plus

Stand: 12.02.2016, 10:44 Uhr

Weniger Kosten, höhere Absätze, mehr Gewinn: Renault kann sich über ein ordentliches Geschäftsjahr 2015 freuen. Probleme bereitet allerdings der russische Markt.

Renault konnte seine Umsätze zwar "nur" um zehn Prozent auf 45,3 Milliarden Euro ankurbeln - die Gewinne legten indes um 48 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu.

Das Unternehmen teilte zudem mit, dass man die im Rahmen des "Drive the Change"-Sparplans anvisierte operative Marge schneller erreicht hat als geplant.

Marge, Marge, Marge!

In der Automobilindustrie gilt die Marge als besonders wichtige Kennzahl. Mit ihr wird klar, wie viel ein Hersteller pro Auto verdient. In der Regel gilt: Hochpreisige Produkte = höhere Marge.

Im Segment Automobile liegt sie nun bei 2,32 Prozent. Im Jahr 2014 verzeichnete Renault noch eine Marge von 1,60 Prozent.

Im gesamten Konzern, inklusive Renault Bank, lag die Marge bei 5,1 Prozent und damit 1,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

Die Marge vom Hersteller Nissan lag bei 5,55 Prozent und konnte damit einen leichten Anstieg verzeichnen. Nissan und Renault haben sich Ende der 90er zu einer Allianz verbündet, um von Synergieeffekten zu profitieren.

Dividende steigt

Auch die Aktionäre können sich freuen: Die Dividende soll von 1,90 auf 2,40 Euro pro Renault-Aktie steigen. Der Free Cash Flow schrumpfte allerdings um fünf Prozent auf 1,03 Milliarden.

Zu Handelsbeginn stieg die Renault-Aktie in Paris um 3,1 Prozent, büßte die Gewinne allerdings schnell wieder ein und drehte ins Minus, um kurz darauf wieder bei einem Plus von 1,5 Prozent zu landen.

Woran liegt die Verunsicherung der Anleger? Negativ wirkt sich zweifellos das derzeitige Marktumfeld und die Sorgen um konjunkturelle Schwächen in diversen Ländern aus. Die Credit Suisse hatte erst kürzlich alle ihre Gewinnprognosen für die europäischen Autobauer kassiert.

Die Begründung von Analyst Alexander Haissl lag allerdings anders: "Im Falle einer möglichen Konjunkturschwäche geht die größte Gefahr von den Leasingsparten und deren aufgeblähten Bilanzen aus", so Haissl. Das Risiko werde vom Markt bisher weitgehend ignoriert.

Probleme in Russland

Bisher hatte Renault vor allem mit Sorgen in Russland zu kämpfen: Der russische Automarkt ist laut dem Unternehmen um 35 Prozent geschrumpft, auch der Rubel habe Probleme bereitet.

Renault ist am russischen Hersteller Avtovaz beteiligt, der den Franzosen in diesem Jahr ein Minus von 620 Millionen Euro einbrockte.

Man habe sich bereits mit anderen Aktionären getroffen, um über eine Rekapitalisierung von Avtovaz zu beraten.

Für 2016 rechnet Renault weiterhin mit einem Anstieg von Umsatz und Marge. Man prophezeit in diesem Zuge einen moderat wachsenden Markt in Europa, in China soll das Plus vier bis fünf Prozent betragen. In Russland und Brasilien solle der Markt dagegen schrumpfen.

cw

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