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Übernahmen

Fressen und gefressen werden

Das große Fressen

Rekordjahr bei Übernahmen

Stand: 30.12.2015, 09:51 Uhr

2015 war das Jahr der großen Deals: Weltweit erreichten die Fusionen und Übernahmen ein neues Rekordvolumen. Der größte Zusammenschluss des Jahres ereignete sich in der Pharmabranche.

Das Fusionsfieber erreichte im ablaufenden Jahr neue Dimensionen. Erstmals wurde beim Transaktionsvolumen von Fusionen und Übernahmen (M&A) die Schwelle von fünf Billionen Dollar (4,6 Billionen Euro) überschritten, teilte das Beratungsunternehmen Dealogic mit. Damit wurde der Rekord aus dem Jahr 2007 abgelöst. Damals lag das Volumen bei 4,3 Billionen Dollar.

Doppelt so viele Elefantenhochzeiten wie 2014

Im Vergleich zum Vorjahr stieg das M&A-Volumen um 37 Prozent. Vor allem Großfusionen trieben die Entwicklung. 2015 fanden 69 "Elefantenhochzeiten" statt - mehr als doppelt so viele wie 2014. Zehn der Fusionen hatten nach Angaben von Dealogic sogar ein Volumen von jeweils mehr als 50 Millionen Dollar.

Besonders in der Pharmabranche tobte die "Fusionitis". So verwundert es nicht, dass der größte Mega-Deal des Jahres die Fusion des Viagra-Herstellers Pfizer und des Botox-Anbieters Allergan mit einem Volumen von 160 Milliarden Dollar war. Nur die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone Ende 1999 war noch größer. Damals flossen 172 Milliarden Dollar.

Pfizer: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Markt ist zu heiß gelaufen

Investoren zeigen sich jedoch besorgt über die hohen Preise. In einzelnen Branchen seien die Preise für Übernahmen geradezu explodiert, teilweise müsse für übernommene Firmen schon das Zehnfache des operativen Ergebnisses bezahlt werden, hieß es. Milliardär Carl Icahn, der unter anderem die Abspaltung von PayPal bei Ebay durchsetzte, warnte kürzlich davor, dass der Markt zu heiß gelaufen sei.

Tatsächlich sind Rekorde auf dem M&A-Markt kein gutes Omen. Nach dem Rekordjahr 2007 stürzte die Börse ab. Und im Jahr 2000 platzte die Internetblase, nachdem zuvor weltweit das Fusionsfieber ausgebrochen war.

Keine Parallelen zu 2000 und 2007

Diesmal jedoch ist einiges anders als früher. Die Firmen sitzen auf enorm hohen Cash-Polstern. Laut dem "Handelsblatt" verfügen die zehn finanzkräftigsten Unternehmen um Apple & Co. über Barreserven von mehr als 600 Milliarden Euro. Zudem begünstigen die Niedrig-Zinsen die Fusionswelle. 2000 und 2007 hingegen mussten sich die Unternehmen hoch verschulden und anschließend hohe Zinsen zahlen.

nb

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Die größten Zukäufe

Milliarden-Deals

Allergan: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Allergan

Der größte Deal des Jahres kam aus der Pharmabranche: Für 160 Milliarden Dollar schluckte der Pharmariese Pfizer den Botox-Hersteller Allergan. Es ist nach Vodafone-Mannesmann die zweitgrößte Übernahme der Geschichte. Zuvor hatte der israelische Teva-Konzern, bekannt durch die Marke Ratiopharm und weltgrößter Generika-Anbieter, das Generika-Geschäft des irischen Branchenkollegen Allergan für 40 Milliarden Dollar gekauft. Teva hatte ursprünglich Mylan Avancen gemacht.

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