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Amazon Versandzentrum in Bad Hersfeld

Aktie stürzt ab

Rekordgewinn von Amazon reicht nicht

Stand: 29.01.2016, 10:23 Uhr

Wie gnadenlos die Börse sein kann, hat mal wieder Amazon schmerzlich zu spüren bekommen. Zwar verdiente der weltgrößte Online-Einzelhändler im vierten Quartal so viel wie nie, doch die Anleger hatten noch mehr erwartet. Die Aktie wird hart abgestraft.

Amazon ist Opfer seines Erfolgs geworden. Die Internet-Aktie legte 2015 einen atemberaubenden Höhenflug hin und war der Star der Nasdaq: Der Kurs konnte sich mehr als verdoppeln.

Doch wer hoch steigt, kann um so tiefer fallen. Nachbörslich brach die Aktie am Freitag um gut zwölf Prozent ein. Am Donnerstag war der Titel noch um neun Prozent empor geklettert.

"Überreaktion der Investoren"

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
708,18
Differenz absolut
-9,62
Differenz relativ
-1,34%

Analyst Gene Munster von Piper Jaffray sprach von einer "Überreaktion der Investoren". Auch Mark Mahaney, Analyst von RBC Capital Markets meinte, dass der Enthusiasmus ausgeufert sei. "Nichts deutet auf eine dramatische Änderung in der Gewinnstory von Amazon hin."

Die Anleger hatten tatsächlich ein Wunder erwartet. Die Prognosen beim Gewinn je Aktie lagen bei unglaublichen 1,63 Dollar. Das wäre ein Plus von 262 Prozent.

Gewinn mehr als verdoppelt

So etwas schafft selbst Amazon nicht. Der weltgrößte Online-Einzelhändler konnte "nur" den Gewinn auf ein Dollar je Aktie mehr als verdoppeln. Mit 482 Millionen Dollar erzielte Amazon den höchsten Quartalsgewinn seiner 19-jährigen Börsengeschichte. Es ist das dritte Gewinnquartal in Folge.

Der starke Dollar und der deutliche Anstieg der Lieferkosten um gut ein Drittel bremsten den Gewinnanstieg. Über das 99 Dollar kostende Prime-Mitgliederprogramm verschickt Amazon Pakete teils innerhalb von einer Stunde. Die Zahl der Prime-Kunden stieg um die Hälfte (51 Prozent).

Alibaba wächst stärker

Zudem ließ die Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft nach. Der Umsatz stieg hier "nur" noch um 70 Prozent - nach einem Plus von 78 Prozent im Vorquartal.

Im gesamten Konzern lag das Wachstum bei 22 Prozent. Damit hinkte Amazon dem Rivalen Alibaba hinterher. Der chinesische Onlinemarktplatz-Betreiber steigerte die Erlöse um 32 Prozent. Den Gewinn konnte Alibaba ebenfalls verdoppeln auf rund 1,7 Milliarden Euro.

nb

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